Ich bin mir selbst
nie recht der Bär gewesen
zu dem man mich
so namentlich bestimmte.
Bin nicht stark,
nicht schwer,
nicht voll im Fell
und kann den Jäger
nicht von selbst verjagen.
Doch Honig mag ich
und manchmal Winterschlaf,
den ausgedehnten
in Liebesarmen.
An Bäumen mag ich mich
schubbern mit Genuss
und brummen mag ich
und streiten wenn
mir einer meinen
Weltabschnitt
bestreitet.
Einzelgänger bin ich
mit Weltanschluss,
wo ich fischen mag
aus den Strömen der Zeit.
Ob es leicht ist,
dieses Dasein,
ich weiß es nicht,
und auch nichts
über die Schwere
so recht.
Aber es lebt sich
nach Bärenart gut
genug, mit Genuss
einfach nur hier
bereit zu sein.
Für etwas Honig vielleicht
oder einen ausgedehnten Schlaf
ganz nah bei anderem Pelz
in Bärenart zu träumen.
(Copyright © 15. März 2015, Bernd Pol)
Sonntag, 15. März 2015
wiederwald
einmal gabs hier stille wege
und dazwischen stand ein wald
raureif schmolz in sonnenflecken
und irgendwo rief fern ein reh
das war bevor der sommer kam
mit mückensturm und hektik pur
da als die welt zu brei zerlief
in den städten weit vor dem wald
und nun will schon wieder
frühling sein vor meinem bett
unter dem alleinsamen baum
der alleine einen wald vertritt
es ist so still in mir
beim ersten amsellauschen
und ich such in sommerlavaresten
nach eicheln vom vorletzten jahr
bäume möcht ich wieder pflanzen
rund um meine leisen wege
solche die mich überdauern
vom raureif bis zur sommerschmelze
und immer soll es eicheln geben
und immer wieder neue wälder
und immer wege die zum frühling führen
und immer amselspätgesang
dann bleib ich in den kissen still
und schick mir meine baumgedanken
irgendwo auf alte wanderwege
weitab vom lärm im wiederwald
(Copyright © 15. März 2015, Bernd Pol)
und dazwischen stand ein wald
raureif schmolz in sonnenflecken
und irgendwo rief fern ein reh
das war bevor der sommer kam
mit mückensturm und hektik pur
da als die welt zu brei zerlief
in den städten weit vor dem wald
und nun will schon wieder
frühling sein vor meinem bett
unter dem alleinsamen baum
der alleine einen wald vertritt
es ist so still in mir
beim ersten amsellauschen
und ich such in sommerlavaresten
nach eicheln vom vorletzten jahr
bäume möcht ich wieder pflanzen
rund um meine leisen wege
solche die mich überdauern
vom raureif bis zur sommerschmelze
und immer soll es eicheln geben
und immer wieder neue wälder
und immer wege die zum frühling führen
und immer amselspätgesang
dann bleib ich in den kissen still
und schick mir meine baumgedanken
irgendwo auf alte wanderwege
weitab vom lärm im wiederwald
(Copyright © 15. März 2015, Bernd Pol)
Mittwoch, 11. März 2015
lumpen übertragen
hab mich in gedankenlumpen
für heute maßvoll eingekleidet
jene die so lang schon lagen
dass sie im moder unbedingt
wiedergänger werden wollten.
hab lumpengedanken umgewälzt
hin und her die mühle durchgezogen
und jede faser einzeln abgeteilt
mit jeder andern wesenhaft
neu betrachtend angebunden
gedanken hab ich
durch und durch
zerlumpt gefunden
und doch voll würde
immer noch in sich
auf und ab getragen
es hält nicht mehr
das alte mürbe zeug
doch von einer zeit
zu irgend andrer zeit
missen mag ichs nicht
lässt es sich auch nicht auf dauer tragen
ein bild hab ich geschaffen aus blassen farben
und einen vorhang mir gemacht aus neugedanken
zum lüpfen ab und zu wenn mich sehnen treibt
in zauberzeiten
unter lumpen
auszuruhn
(Copyright © 11. März 2015, Bernd Pol)
für heute maßvoll eingekleidet
jene die so lang schon lagen
dass sie im moder unbedingt
wiedergänger werden wollten.
hab lumpengedanken umgewälzt
hin und her die mühle durchgezogen
und jede faser einzeln abgeteilt
mit jeder andern wesenhaft
neu betrachtend angebunden
gedanken hab ich
durch und durch
zerlumpt gefunden
und doch voll würde
immer noch in sich
auf und ab getragen
es hält nicht mehr
das alte mürbe zeug
doch von einer zeit
zu irgend andrer zeit
missen mag ichs nicht
lässt es sich auch nicht auf dauer tragen
ein bild hab ich geschaffen aus blassen farben
und einen vorhang mir gemacht aus neugedanken
zum lüpfen ab und zu wenn mich sehnen treibt
in zauberzeiten
unter lumpen
auszuruhn
(Copyright © 11. März 2015, Bernd Pol)
Dienstag, 10. März 2015
Wie es nun mal ist
Ist nur ein kleiner Kreis im Warten,
dort wo kein gewusstes Hoffen reicht,
so unecht wie einst bei Spielzeugbahnen,
die immer wieder Zaubertunnel querten.
Das läuft und läuft
tut neu und
wieder neu
und wieder ganz
vergebens.
Ich aber hock am Rand
und kann den Blick
nicht wenden.
(Copyright © 10. März 2015, Bernd Pol)
dort wo kein gewusstes Hoffen reicht,
so unecht wie einst bei Spielzeugbahnen,
die immer wieder Zaubertunnel querten.
Das läuft und läuft
tut neu und
wieder neu
und wieder ganz
vergebens.
Ich aber hock am Rand
und kann den Blick
nicht wenden.
(Copyright © 10. März 2015, Bernd Pol)
Dienstag, 3. März 2015
im hoffen sein
das ist so es denn kommt
am meisten unerwartet doch
dem zweifel eingewünscht
all dem sein
eine dauer
die leben bleibt.
da sind all die einsam durchgrübelten tage
gespenster tief eingefinsterter nacht
verzeihen vertreibend
lieben geleert
auf zeit
kein schritt
kein weg
kein ziel
auf zeit
doch unerwartet ein wort
ein blick ein klang
ein licht aus
fremden augen
ein lächeln
ein da sein
einfach nur
und dauer die
leben bleibt
(Copyright © 3. März 2015, Bernd Pol)
am meisten unerwartet doch
dem zweifel eingewünscht
all dem sein
eine dauer
die leben bleibt.
da sind all die einsam durchgrübelten tage
gespenster tief eingefinsterter nacht
verzeihen vertreibend
lieben geleert
auf zeit
kein schritt
kein weg
kein ziel
auf zeit
doch unerwartet ein wort
ein blick ein klang
ein licht aus
fremden augen
ein lächeln
ein da sein
einfach nur
und dauer die
leben bleibt
(Copyright © 3. März 2015, Bernd Pol)
Montag, 2. März 2015
morgenträge
soll ich mich raffen
so früh am morgen
auf und womöglich
gar zusammen
und falls ja wozu
wo doch keine sterne sind
und noch viel zu kalt
für frühe würmer
denn die amsel schweigt
schon wieder mal im jahr
unter der erde aber
regen sich schnecken
ich weiß nicht was
so ein morgen bringen mag
aber den mut dazu
bring ich noch auf
(Copyright © 2. März 2015, Bernd Pol)
so früh am morgen
auf und womöglich
gar zusammen
und falls ja wozu
wo doch keine sterne sind
und noch viel zu kalt
für frühe würmer
denn die amsel schweigt
schon wieder mal im jahr
unter der erde aber
regen sich schnecken
ich weiß nicht was
so ein morgen bringen mag
aber den mut dazu
bring ich noch auf
(Copyright © 2. März 2015, Bernd Pol)
Sonntag, 1. März 2015
Nachklang
Manchmal, so im frühen Morgen,
wenn die Nacht noch golden träumt,
da möcht ich mir die Zeit beschneiden,
dass sie nur das noch hält,
was hier wirklich war.
Manchmal möcht ich all die Zweifel
in einen See aus Urvertrauen leeren
und Liebessorgen weit
über alle Wolken werfen,
dass Winde sie zu Nichts zerteilen.
Manchmal, wenn heute ist,
was gestern so nicht war
und morgen wieder anders wird,
vielleicht
geb ich mich auf
und treibe …
Manchmal, so im frühen Morgen,
über Ort und über Zeit,
so völlig du,
so völlig ich.
(Copyright © 1. März 2015, Bernd Pol)
wenn die Nacht noch golden träumt,
da möcht ich mir die Zeit beschneiden,
dass sie nur das noch hält,
was hier wirklich war.
Manchmal möcht ich all die Zweifel
in einen See aus Urvertrauen leeren
und Liebessorgen weit
über alle Wolken werfen,
dass Winde sie zu Nichts zerteilen.
Manchmal, wenn heute ist,
was gestern so nicht war
und morgen wieder anders wird,
vielleicht
geb ich mich auf
und treibe …
Manchmal, so im frühen Morgen,
über Ort und über Zeit,
so völlig du,
so völlig ich.
(Copyright © 1. März 2015, Bernd Pol)
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