Dienstag, 20. Juni 2017

aufbegehren

ich hab mich eingefressen in das leben
in die süßen wie in die bitteren teile
und das was immer scheiße ist

es gehört zusammen das
verdaubare und das
unverdaute und all das
dazwischen was unbewältigbar scheint

hilflos in fremden tränen gefangen
in trauern die nicht die meinen sind

so ausweglos mitunter
ich hab es gefressen
ein leben in dem

sich immer wieder nur
mitleiden lässt

(copyright © 20.6.2017, bernd pol)

vom getrennt gemeinsam sein

und dann ist wieder da das warten
das aus sich gehen wenn du schweigst
das still sich ineinander sehnen

die zeichen wenn sie unverkennbar waren
die lebensworte aus dem gleichen sein
die leise eingetropften widersprüche
die doch ein ganzes leben sind

ich würd dir gern die welt erklären
den teil hier den ich für dich bin
und jenen den ich aufbewahre
für jene immer fernen zeiten
wo wir auseinander sind

ich bin bei dir im nahen schweigen
ich bin bei uns wie du sprichst
ich bin in einem wo du liebst
ich bin im zeitenleben hier

glaub mir all die seelenmühe
die ohne gegenfordern lebt
nur dies eine ausbedungen

dass vertrauen bleibt auch
wo ich uns alleine bin

(copyright © 20.6.2017, bernd pol)

Montag, 19. Juni 2017

gemeinsamkeit

ich mag dich hier in zwischenräumen spüren
zwischen den zeilen lieben mit dir in
immer ungesagten wörterspielen

ergibt sich sinn im weltenspüren
im dasein beim gemeinsam lieben
außer sich leben von profanem sein

du weißt ich hör dir zu eigen zu
bei all diesem lebensregen
von guten wie von schlechten tagen

hauptsache bleibt
wir sind uns
gegenseitig
liebend da

(copyright © 19.6.2017, bernd pol)

schattenjagd

im reich der schatten jag ich nach licht
von tausend sonnen aus der liebe gezogen
ein leben oder zwei ich zähle da nicht
viele oder all die welche jemals gelebt

ich hab mir die schatten gewählt
so sieht man mich nicht
unterm trauern im täglichen sein
und bin zum frieren hier

eingeschlossen im nicht mehr erstrebten
ausgeschlossen vom lebendig wirkenden sein
aufgeschlossen von gespenstischen mächten

das ist es
im licht hier
hilflos zu sein

nein ich lass mich nicht blenden
jetzt nicht und nimmermehr
euer licht ist alt und
teuflisch geworden

ich such mir die liebe unter den schatten
dort wo man sich herzensnahe erkennt
ist die luft hier auch kalt

es gibt leben zu wärmen
in dem still leichteren rauschen
dann wenn einer den andern berührt

und ich jage mit geschlossenen augen
ganz sanft durch eine lebendige welt
umd wissend verwandte leben zu finden
ein lieben das in leichtigkeit hält

(copyright © 19.6.2017, bernd pol)

Sonntag, 18. Juni 2017

wieder liebe machen

mein lieben ist ein fallen lassen
ist geschehen machen im anderleben
ist sehnen treiben aussichsein
ist über leben aus gemeinsamkeit

will dich über grenzen über zeiten schweben wissen
will spüren wo du bist und warum und immer wie
will sein wie und wo du bist auf unsre eigenweise
will die lust uns treiben alle überlebenstage

einfach sein und allerorten
in dir zugleich und aller welt
und wieder fort im ungewussten

im einen ewigschauer
durchgeliebt zu sein

(copyright © 18.6.2017, bernd pol)

Dienstag, 13. Juni 2017

schreibantriebe

muss ich ständig dem entsetzen trotzen
das von außenwelten auf mich schlägt
ohne dass mein schreiben hier
erdweit menschenwerke ausgebiert

werke die äonen gelten
lebenswerke erdennah
liebeswelten umgeschaffen
dauerhaft aus zeitenströmen

es wird wenn sich die menschen regen
wenn menschenhandeln allen gilt
tabus für fremde eigensüchte

ja ich will mein schreiben lehren
den widersprüchen dieser zeiten

immer neu und immer wieder
menschenliebe vorzuhandeln

(copyright © 13.6.2017, bernd pol)

Samstag, 10. Juni 2017

lass mich

lass mich bei dir sein
in den zerbrechenden welten
hab ich ein leben für dich

dort wo dein halten
das lieben befreite
wär es nur recht hier
im zerlaufenden sein

lass mich in dir sein
in den zerbrechenden welten
hab ich ein lieben für dich

wohin es auch fliegt
das alther gefundne
wenn die bänder zerfallen
im brechenden licht

lass mich um dich sein
in den zerbrechenden welten
hab ich ein leiben für dich

ein leben zusammenzuschließen
noch einmal aus körper seele und geist
und sich dann wieder zu fangen
zu finden im neu zu schaffenden eins

lass mich vorbei sein
in den zerbrechenden welten
hab ich ein leiden für dich

lass mich nein
lass mich nicht
lass mich sein

wie es uns womöglich lebt
hinter zerbrochenen welten

(copyright © 10.6.2017, bernd pol)

Donnerstag, 8. Juni 2017

empathie zu leicht gelebt

tage gibts aus fremden leben
in aller fülle liebe leid und glück
durchzogen existenzen schwer
und peitschen dich durchs
wieder ermüdende licht

es sind jene nah gerückte
und jene ferne leiden

an schicksal kriegen katastrophen
an feuerschlag und dunkelheit
an herzensfinsternis
an machtüberfluss
hoffnungsfernes überleben

ich hab mich in die feuer begeben
hier in meinem überfluss

an leben soll es hier nicht fehlen
an leichtigkeit und liebesfeiern
an lässigkeit in empörungssucht
an lauterkeit im möchten wollen
hoffnungsferner überdruss

tage aus den fernen leiden
in aller fülle nahe empathie
durchzogen schwer gewissen
und gepeitscht sein durchs
wieder ermüdende nichts

raff ich mich auf
wer nimmt mich mit
ins schaffen einer
wahren liebesstarken
menschen lebenswelt

(copyright © 8.6.2017, bernd pol)

Dienstag, 6. Juni 2017

umbruchtrauer

die welt kehrt sich da draußen eben um
es bleibt das innerste nicht drinnen
das äußerste drängt dich aus dem sein

es ist das leben das wir kennen
und ist das lieben das wir hätten mögen
es waren flügel ohne wahre kraft

wär es nur leicht wie ein was wäre wenn
oder was wär gewesen ohne ein wenn nicht

vielleicht wär man an stürmen doch genesen
vielleicht wär es ein leben hin zum licht

es ist ein traum
du weißt hier nicht
was ist wenn du erwachst
und nüchtern vor dem leben stehst

(copyright © 6.6.2017, bernd pol)

Freitag, 2. Juni 2017

ewigkeiten neu zu spüren

immer wieder kommen diese tage
an denen du da bist ohne hier zu sein
wo ein sehnen in der luft liegt
ein zwischen welten in die arme nehmen
so einfach sanft beisammen sein

wenn niemand spricht
dabei sich alle nähe spürt
wo fremdes nahe rückt aus leben
wenn bloßes hiersein glücksform trägt

solche tage
welten durchzuatmen
solche tage
zeiten fortzutrinken
solche tage

ewigkeiten mögen so vergehen
wenn nur die welt uns hier
einfach zeitlos bleibt

(copyright © 2.6.2017, bernd pol)

Dienstag, 30. Mai 2017

trotz alledem

und wenn es dann am ende
ein menschenpaar noch gäbe
und woanders noch eines
und ein paar vielleicht

doch in der nähe

irgendwo in den dünen
zwischen dem sand und

das lieben hätte quellen bewahrt
irgendwo zwischen den dünen
im sand ein schwieriges glück

und wenn sie zusammenträfen
in liebe irgendwann
im sand zwischen den dünen

die kinder vielleicht oder
die kinder der kinder erst

noch ganz im kindesverstehen
fernab vom hass
neugier getrieben
und wieder schöpfungsbereit

dann vielleicht hätte
die hitze nicht gesiegt

und die wüste öffnete sich
über den gärtnern der welt

(copyright © 30.5.2017, bernd pol)

Montag, 29. Mai 2017

zukunftsangst

es zieht ein schemen über die welt
ein leises stöhnen vor den hitzewellen
aus untergründen alt gewordener natur

wie schleier gehts dem blick voraus
und zieht ein leiden hinten nach von
tief eingefressnen menschenschrunden

gestern noch
hat die welt
geatmet hier

jetzt ists als wäre nicht mal luft
zum anhalten mehr zurück geblieben

morgen wirds
in wüsten werden
in lebensscheu

werden die felsen geworden sein
und die meere vergangen
und die wolken leer

im staub liegt die welt
sagt das schemen und
stöhnen zieht dem
menschen nach

zeiten frei

(copyright © 29.5.2017, bernd pol)

schicksalsbetrauern

hast du dir ein leben erinnert
das wie es war und jenes
was hatte werden wollen

in den frühen träumen
den verlorenen kämpfen
den gewonnenen auch

den überwältigungen und
den überraschungen die
den wegen neue ziele gaben

den enttäuschungen über dein eigenes selbst
den enttäuschungen aus fremdwerdungen
den enttäuschungen durch das ziehen der zeit

hast du aufgegeben
wo deine wege zu früh
ein einbahnstraßenende fanden

oder hast dich durchgebissen
immer neu im trotz alledem
menschen hart beiseite gedrängt

zu früh vielleicht um
teilzunehmen beider-
allerseits an allerwelt

gemeinsamkeit ist verloren gegangen
dein leben hat nicht zu andern gepasst
und kein werkzeug war dies anzugleichen

durch schmerzen wahrscheinlich denn
hobeln tut weh
auf den werkbänken des lebens

ungeschenkt und unerworben
und du verstehst nicht wo
niemand in die schatten sieht

manchmal ist ein glück handbreiten nah
manchmal im rechten pausieren
manchmal um nur angenommen zu sein

im erinnern ein schmerz
im erinnern ein glück
im erinnern graues dauersein

das lebensverlorene kehrt nicht zurück
das lebenserhoffte mitunter schon

(copyright © 29.5.2017, bernd pol)

Samstag, 27. Mai 2017

trauer über morgenfarben

was ists um diese morgenfarben
wie sie sich aus dem horizont erheben
sich sanft ausstreun zu lassen
übers nachtverlassne zwischengrau

im gedankenmorgengehen
auf versteckten gartenwegen
vorbei an ersten amseln
dem verschreckten frühen igel

taut immer näher leben draußen auf
rückt schon nah im weltenspüren
und wunder wachsen mir beinahe neu

fern rühren menschenlaster sich
droben brüllt ein erster düsenjet
es rüttelt in mir altes grauen wach
das sich krallt ins sanfte zeitidyll

die morgenfarben haben ihren glanz verloren
der horizont wird sonnenblass
und in der zeit will sich kein hoffen trauen

wie lang bloß noch bis
zu einer sanften menschenwelt
die wachsen darf aus morgenfarben

(copyright © 27.5.2017, bernd pol)

Sonra (Danach)

du bist die stille nach dem sturm
hier im wellen weicher schlagen
ein früher wärmelebensstrom

noch bleibt die spannung aufgehoben
ein ewigweites lebenstreiben
schreit hier nach aus stillewelten

gestrandet aus der zeit vom
kleinen sterben
träumend noch im beidemals

eins gewesen sein mit dir
darin weiter immer
weiter treiben

– Für Katharina Kretschmer
nach ihrem gleichnamigen Bild –

(copyright ©, 27.5.2017, bernd pol)


Freitag, 26. Mai 2017

was wäre nicht

wo wär ich dann
wenn die liebe fehlte
und all dies unendliche
mir unfassbar gewesen wär

das ist
die liebe
in vielfalt
aller gestalten
aller gefühle
allen seins
und dazu
leben

was wär ich
wär ich nicht
gewachsen mit dir
und all dem schrägen
konflikt gesättigten
glücksendgefügten
tiefen leben
jetzt und
weiter
hier

was wäre
ich mags nicht wissen
selbst dann
wenn es gut geworden wäre

dies leben ist uns
zugewachsen zum
durchkosten
jedentags

so soll es sein

(copyright © 26.5.2017, bernd pol)

Mittwoch, 24. Mai 2017

blütenleben

heut war ein wahrer blütentag
ein tag sich im grünen zu verlieren
ein tag der auch die sonne trägt
selbst bei dichten wolkenbrettern

heut hab ich mir neu
die beete geschaffen
in denen ich säen will
unseren hierlebenstag

der aus jenen mühen wächst
die wir uns heute gemeinsam gegeben
mit dem harken und säen und pflegen
zum standhalten dieser liebe

komm lass dir eine blüte schenken
dass sie dir nachricht bringt zur nacht
so ein kleiner warmer liebesgesang
ein umarmen zum lebensblütentag

(copyright © 24.5.2017, bernd pol)

Dienstag, 23. Mai 2017

beinahe fast überbewertet

was bliebe hier noch von der welt
wenn die liebe nichts verschenken dürfte
wenn das herz dem herzen nicht mehr glaubte
und kein mittel mehr die einsamen zwecke heiligte

es war doch stets das teilen dürfen
eins sein können in des anderen glück
und das leuchten vor dem kleinsten
wie dem größten stück immer da
wo überraschen ohne vorbehalt
ein stück der welt beglänzte

und seh ich deine augen
und seh ich wie der kopf
nützlichkeiten murrend die freude trübte
und ich seh dahinter
und ich mein herz

das ist wo altes erziehen versagte
das freude nicht kennt und keine lustvolle pflicht
was einesteils leben verhindert
was andrerseits das glückesbewünschen betreibt

ich meinesteils
mag ohne bedenken
die welt verschenken
auch in jedem einzelnen teil

(copyright © 23.5.2017, bernd pol)

gewöhnungen

ich denk ich hab mich so an dich gewöhnt
und dann wieder denke ich das nicht
und spüre nur der mühe nach wie sie war
dass du dich mir so nähern konntest

und dann ist immer wieder die trauer geblieben
um jede falte im sein
so verschieden erlebt
im gemeinsam doch immer wieder anderen leben

und das wunder das es doch gibt
sich ständig neu zu erleben
am andern und im innig
verstanden zu sein

da ist es wo uns die liebe wohnt
und da wo wir die welt uns neu
immer wieder zum beiderleben
erschaffen trotz alledem

denn so hab ich mich wieder an dich gewöhnt

in einem gespräch
in einem klärenden wort
im trost beisammen zu sein

mit körper und seele und lust
unser einer gemeinsamer leib

(copyright © 23.5.2017, bernd pol)

Sonntag, 21. Mai 2017

immer neue lebensnächte

das war die nacht des innenleuchtens
als nahvertrauen wunderwelten schuf
wo hautgebunden wesensnahes überströmt
aus lust und endlich umeinander sein

das ist wenn man sich wiederfindet
wo man verloren ging geraume zeit
als fremde räume dicht zusammen glitten
im einen weltenweit verströmt zu sein

es tut so gut dich nachts zu haben
zu spüren wie du nahbei innenlebst

und dank ists für dies lebensbauen
und bitten dass es nicht vergeht

(copyright © 21.5.2017, bernd pol)

Samstag, 20. Mai 2017

träume ineinander binden

träumen hab ich dich gesehen
in meinem träumen über den tag
bist du mir nah im stillegehen
wo keiner sieht und keiner weiß
und doch die ganze welt sich
spiegelt dort auf deinen kissen

es ist dass ich nicht lassen mag
was uns immer näher einverleibt
zum einen sein in doppelleben
im einfachlieben beiderseits

und wenn du dann die augen aufschlägst
mir zulächelst aus dem letzten schlaf
und ich aus dir mein eigenträumen spüre
wo dein zauber forttreibt in den tag

lass uns gemeinsam neues lieben formen
so ganz im warmen weitersein
ineinander treiben durch den morgen
wo solches träumen haltbar wird

es ist so wichtig
leben rein zu träumen
es ist so richtig
ganz um uns zu sein

(copyright 20.5.2017, bernd pol)

ein glückstraktat

wie ist das immer mit dem glück
das du suchst dein leben lang
und irgendwann erstaunt bemerkst
nicht du es hat dich gefunden

und dann dies tragen können
dass du blind warst alle tag
als es glücksdurchtränkt war
dies leben voller müh und plag

glaub dem leben seine liebe
und trauere ihm nicht hinterher
gelegenheiten lassen sich nicht
mal zum korrigieren wiederfangen

aber du
du kannst
noch immer
jede minute
hier durchleben
umfassend im glück

(copyright © 20.5.2017, bernd pol)

Freitag, 19. Mai 2017

glückserleben zum ende des seins

in den außengärten des glücks
hab ich dich aufgehoben
dort wo du mir sonnen trägst

lass uns die wunderbäume suchen
wie sie sanft rufen dort
für unser spätes liebeslager

sterne holen wir dazu herab
zum umkränzen der liebe
zauberblumen lichtumkleidet

die außengärten dort beim wald
für die restzeiten hier
so harzig umduftete innenlust

lass uns treiben über die jahre der welt
in ein zeitloses außengarten innensein

nur noch ein glück weit über
die schwere der übrigen welt

(copyright © 19.5.2017, bernd pol)

bewegt da sein

wo die welt sich mir
in wirbeln teilt

die zum laut verwehen
die zum wieder denken
die zum weiter leben
die zum dankbar sein

immer einmal
immer doch
immer wieder
immer neu

aus innenspuren erträumtes
dass erfüllung sich reiht
mit unerreichbar gesehntem

lebensmächtig ausgekleidet
tag und nächtiges wesen
ein dasein im wirbelsog
immer neuer kreisgefühle

wo wären wir wenn
all dies heute
still stände

wesenslos stumm
auseinander sein

(copyright © 19.5.2017, bernd pol)

Mittwoch, 17. Mai 2017

frühbitten

ich lieb so deinen morgenschlaf
und dein frühes abendwachgewesen
und das nachtlang vor dem tag
und dein stilles tagesleuchten

noch viel leben möcht ich mit dir formen
noch viel innensein verteilen
noch viel welt für uns nach außen schaffen
noch viel einfach innig sein

schau du bist
mein zweites leben
bist das was ich niemals bin
bist mein du zum lebend werden
mein allerleben
das ich bin

lass dich sanft noch einmal küssen
wach nicht auf vor deiner zeit
verkriech dich warm in unsre kissen
schaff uns ruhend ewigkeit

in den träumen dieser tage
in dem wissen was uns war
in dem schauen ohne frage
in dem lieben alten haar

alles wollen wir erreichen
was uns noch verborgen blieb

doch nun träum ich
hätt dich lieb

(copyright © 17.5.2017, bernd pol)

Dienstag, 16. Mai 2017

und noch ein liebeslied

komm ich erzähl dir eine liebesgeschichte
so eine die sich in die berge brennt
die täler unterströmt und ebenen
mit wilden lebenstieren füllt

es ist doch eine von der stillen sorte
einfach ein nur randgefülltes leben
das zum ende nochmal leuchtet und
unbekannte weiten neu erschafft

es ist die welche langsam steigt
dies wenige aus mühen ausgeboren
dies immer neu zu sehen lernen
dies weiter hören dürfen alletag

das wiederkommen ists aus fremden leben
das trauern trauen aus entfremdeter zeit
das dennoch leben über entfernende nähe
das gebunden werden in vertraubarkeit

es war ein kunterbuntes lieben geworden
es war ein streiten über alltagspläne
es war wie es ist geduldiges streben
es war was zum schmelzen wichtig ist

eine liebesgeschichte erzähle ich dir
sie soll durch bekanntheit weiter tragen
weltenweit noch ein paar unbekannte tage
wo jede sekunde dauernd fortgeliebt zählt

dies alles und das wunder
in deinem sternengesicht

(copyright © 16.5.2017. bernd pol)

Montag, 15. Mai 2017

menschen welten bewegt

und ist auch vielleicht
die welt auseinander
gelegt unter den bäumen
dort von jenen die
träume nutzbar machen
können mögen gegen die
träumer vom einsamen sein

ich habe uns alles immer im ganzen gegeben
habe sonnen fallen sehen über äonen
und sterne die himmel verlassen im wesen
der zeit und ihr lebendiges werden

und hier zu meinen füßen das gras
beugt sich über dem sand in demut
und weiß wo nicht gar zu viele füße
treten wird es auf ewig bestehen

auch wenn sich formen ändern wechselgewiss
auch wenn begierden weltgebäude zerstarren
auch wenn ich dort am rand hilflos vergehe
auch dann im wimpernschlag kosmischer zeit

all die welten im eigenen sein
unter bäumen auseinander gelegt
zum begreifen zum benutzen dort
wo demut den menschen ergreift

es ist das kindliche staunen
und dieses lieben das hier
noch unser alles bewegt

(copyright © 15.5.2017, bernd pol)

Freitag, 12. Mai 2017

dauer über dunkelgärten

nachts blühen uns die dunkelgärten
die körpernahen wunderblumen die
dir gehören wurzelnah und farbenweise
nur sichtbar für geübte liebesaugen

gärtner möcht ich sein
in deinen wanderwiesen
den buschumsäumten die
das wahre leben bergen
vor der neugier einer
gar zu lauten außenwelt

schau die bäume treiben blütentrauben
wie sie aus dunklen träumen sprießen
im wind sich leise leuchtend schaukeln
und unter sich gezielt die welt bewegen

ist nicht einmal ein liebeswerben
kein animalisch sehnsuchtstreiben
wie tiere tun fast menschenweise
ganz selbstgewiss aus augenblicken
treibt hier einverständnis von
blütenblatt zu blütenblatt und
kein ungenügend hält sie auf

lass uns dort ein leichtes lotterbett errichten
so eines das allein dem warmen leben ist
und dem einverstandnen nahen körpersein

die eine nacht im zauber unsrer dunkelgärten
wo düfte uns ganz rein umfangen zauberweise
und ungefragt ein menschendasein dauer treibt

(copyright © 12.5.2017, bernd pol)

Donnerstag, 11. Mai 2017

die alten schritte

diese schritte habe ich gehört
immer wieder neues zu vergeben
dort wo die alten spuren laufen
bleibt kein geheimnis ungerührt

es macht mich scheu
dich unerkannt zu wissen
dies wieder still beschwören
was alt war und das was eben neu

du gehst mir hinterm rücken durch
du reibst mir ganze welten unter
du bist vertraut befremdend stark
du ziehst mein leben aus der seite

denn ich wär nichts
so ohne dich und ohne
den gewohnten schritt
von dir in dunkelheiten

einfach zu wissen dass du bist und gehst
dass wir auch im entfernten trauen
ganz uns zu sein wo die gespenster wohnen
aus alten längst verwesten zeiten

vergessen ist bei allem nichts
nur aus den blicken fort geschoben
ein wenig nur im tätig bleiben

das eine immer wieder hier zu wissen
im sanften blick beim wiederkehren
ich bin aus dir um uns gewesen

und gehst du fremd die alten schritte
es ist doch sicher dass du uns bewahrst

(copyright © 11.5.2017, bernd pol)

Mittwoch, 10. Mai 2017

auch ein zueinander finden

das da sind die weißen tunnel
im vorüberleben ferner leiber
wo im schweigen fremdheit wuchs
in blitzen lebensbäume starben

und doch gibt es noch immer wiederkehren
fügen leben sich in gemeinsamkeiten
wo sich worte finden zwischen
fremdgerückten möbelteilen
und ein geteilter zweck
tunnel schmelzen mag

das ist sofern du hörend bleibst
selbst in der rache über einsamkeiten
hier alte schulden überverladen

so von kopf zu kopfgefühlen
schulter zu schulter
leib zu leib
und herzensweise glut
alter leben nicht erlischt

hier wo sich alte wunder finden
und das was war im feuer läutern
und blicke wieder seelen binden
und du merkst wo schönheit lebt

ein zauber ists aus altem lieben
neu sich festes leben bauen
und fast sicher wissen dürfen

dies nur dieses soll es sein

(copyright © 10.5.2017, bernd pol)

Dienstag, 9. Mai 2017

höhlengeheimnisse

kennst du die höhlen
wo das warten alleine
menschen stumpf macht
und stumm unter der
trauer der zeit

zwischen den zähnen
aus jahrmillionen
frisst der staub
noch immer

lebensreste aus der liebe gefallen
warten hier auf lavagluten
wenn alle trümmer längst
zermahlen sich in nächste
erdenrunden widerheben

(copyright © 9.5.2017, bernd pol)

träumend nahe sein

du bist mir in den langen nächten
wenn ich stumm dem atem lausche
so nah wie in den liebeswelten
dort wo sie laut und heftig
netze legen weit über
all die ewigzeit

und ich streich dir sanft dein haar
aus den traumbewegten lidern
und schau dem lächeln zu
wie du hier außer mir
außer dir schweigst

(copyright © 9.5.2017, bernd pol)

nachgeträumtes

so lieb bist du hier gehabt
in lebenswachem träumen
liegst du vor mir leise leise
und dein lächeln kennt
keine liebesgrenzen

es ist als wär
ganz spät bei uns
ein morgen aufgegangen

und ein sanft passender tag
schmilzt uns neu zusammen

(copyright © 9.5.2017, bernd pol)

welt aus den rissen

ein neues rot liegt über der welt
in alten wolken aus dauergeistern
lebt frühe sehnsucht nach dem tag
und dem wachsen lauterer menschen

ich habe mich durch den morgen gesehnt
hab deine hände in den schrecken gesucht
deine augen im widerschein aus welt
und längst verlorener menschenzeit

den bäumen habe ich geglaubt dort
wie sie auftauchten aus dem grau
und amseln lebten ihren weltgesang

und in mir ging die trauer aus
und traf sich mit dem sehnen
und das rot breitete sich aus

das was ich suchte fand ich hier nicht
das was ich fand war aus fremdheit gemacht
das was fremd wurde waren leben gewesen
und alles fiel durchs endliche morgengrau

ich hab mir das sein aus dem morgen gefiltert
den bodensatz einer fremd gewordenen nacht
und wenn ich dem rot dort den rücken drehe

such ich noch immer deine hand
mit ihr die schrecken zu seihen
und fort zu zaubern für eine
ausdauernd uns liebwerte zeit

und deine augen im widerschein
erzählen noch an den geschichten
vom liebesträumen geschehender welt

(copyright © 9.5.2017, bernd pol)

Freitag, 5. Mai 2017

hinterfragenes leben

in fragen verkrochen
gefangen in zweifeln
sehnsucht getrieben

hat uns die nähe auch das lieben geboren
und das tief bindende lebensvertrauen
das eins sein in und außer der welt
und doch wieder im zwiefachen freisein

ein leben ein jeder
für sich auf eigenen bahnen
vertrauende fremdheit
ineinander geschobene zeit

es ist das gegenseitige glauben
an gemeinsames lieben und
zusammenlaufende lebenswege
das sprechen versprechen
das nähe vertrauende übersein

und doch sind da wieder
die versteckten worte
von zeit zu zeit ohne
weiter hinter zu fragen

und das grübeln
nach dem bedeuten
lässt einen nicht los

träum deinen traum
lass uns die sorgen
aus vergangenem leben
gemeinsam vertreiben

dann wenn die zweifel verschwinden
und das fragen keine sehnsucht mehr treibt
und ich und du ineinander verwoben
einfach nur eines im verschiedenen sind

(copyright © 5.5.2017, bernd pol)

Donnerstag, 4. Mai 2017

verfolgungen

dann aber wenn der horizont die sonne frisst
und ihr schrei glutrot die himmel durchströmt
und aus den feldern die ersten nebel kriechen
und in den häusern unruhen aufbrechen

dann wenn alte gespenster sich heben
und den mond umkreisen im geiste
des seins und des leben gewesens

wenn erinnern nicht hilft sondern
schleier zerreißt und durch
all die löcher erscheint
allein pures vergiftetes
nichts was nie war
und doch so dem
leben entsprang

verkrustete wunden
neu aufzureißen
jegliche nacht

wo alles fragen sich verbietet
wo alles antworten schweigt

und doch hier
kein ende
ersteht

(copyright © 4.5.2017, bernd pol)

Freitag, 28. April 2017

einmal noch einen traum gestalten

lass uns diesen traum gestalten
den großen der in zweifeln wächst
aus urgewalten innehalten
dort wo sich die leben falten
wo lächeln bindet allerletzt

wo die steine nicht mehr beben
ein leises summen nach der zeit
zeigt dass wir noch richtig leben

dort wo die gräser wellen schlagen
ganz aus dem was in uns lebt
wo alle sinne tiefer tragen
alle willen weiter wagen

lebenskräfte loszubinden
wie den sturm der in uns tobt
lass den traum ins leben finden

alles was uns durchgetrieben
all die vielen liebesjahre
all das scheitern wiederfinden
alles was vertrauen war

diesen traum möcht ich gestalten
dass er uns die tage leitet
bis zum ende der gewalten
und ein sein sich wieder weitet

(copyright © 28.04.2017, bernd pol)

wert schätzung

du bist mir ein leben wert
noch eines von den vielen
die ich um dich legen möchte
zu stärken und davon zu trinken

dieses ist das lieben nämlich
mir und dir ein lebensfließen
ein weltenüberwinden
ein bergeschieben
tälerschürfen
erdenmacht

hab das lieben neu geschaffen
jede stunde die ich hier
dich nicht wieder um mich sehe

entsteht sie mir in neugestalt
nur dazu uns gemeinsam
lebensweltlich zu erproben

(copyright © 28.4.2017, bernd pol)

morgensehnen

hab dich mir in träume eingebunden
dich in herzen aufgefunden
die bei all den lauten stunden
noch immer viel zu leise sind

nun lieg ich hier und treibe sehnen
tausendfach mich anzulehnen
an die brüste meiner schönen
dass ich ganz zu hause bin

ach was würd ich gerne dichten
all dies lieben weiter richten
immer neue traumgeschichten
wie wir ineinander sind

(copyright 28.4.2017, bernd pol)

neuer zustandsbericht

bin in helles eingebunden
in ein strahlen deiner welt
in das leuchten deiner augen
in die wärme deines seins

möcht ein leben mit dir tragen
möcht aus feuer dich allein
möchte wachsen ohne fragen
möchte wissend stille sein

liebe habich ausgeboren
liebend ruhe eingelebt
liebend mit dir unverloren
liebe hat uns überstrebt

wie die balken einer kuppel
wie ein wasser das uns trägt
wie die alten moosbaumhöhlen
wie die welt die uns bewegt

(copyright 28.4.2017, bernd pol)

Mittwoch, 26. April 2017

grübeln an grauen innentagen

mir ist der kopf heut grade größtenteils mus
und die beine wollen auch wieder nicht recht
und irgendwie macht mich jede brille konfus
und was ich sonst möchte ist irgendwie schlecht

es sind die grauen tage die einen drücken
es ist jede gar zu arg durchwachte nacht
es ist dies wollen ohne rechtes entzücken
es sind wünsche immer wieder zerdacht

da wäre so gerne ein gehn unter den sternen
und noch ein weiter fruchtbarer lebenslauf
ein nie sich wieder vom lieben entfernen

doch schau ich mir drauf
an solch grau überfärbten tagen



nun gut
ich gebe so leicht
mir das leben nicht auf

(copyright © 26.4.2017, bernd pol)

Donnerstag, 20. April 2017

eine kleine morgenhymne

nur die eine kleine große liebe
die die welt in ihren angeln hält
nur ein dasein im großen dabei
dort wo ein wort das andre stellt
und eines im andern schwingt
ungesagt ungestört im eigensein
nur hier im gemeinsam wissend
um und für einander leben

aufzuwachen beieinander
im vertrauen du bist da
wie du mir gewachsen bist
und ich in dir und wie
dann immer neu die welt
aus sanftem beben kam

und ich schau dich an und
weiß noch du lebst bestimmt
in deiner welt dasselbe doch
von völlig andrer eigen art

und schafft sich jeder auf ganz eignen wegen
manchmal in tränen und im widerspruch
mitunter aber wo die spuren kreuzen
doch in eins verwischt unverkennbar
gemeinsam ewig weite strecken gehn

da prägt es uns im beben
existenz gewordner
eins-samkeit

aus sternenleben
zum universum sein

(copyright © 20.4.2017, bernd pol)

Donnerstag, 13. April 2017

alb sanft verzeichnet

die straßen hier wie kerzenstummel
ausgeräumt da brennt nicht viel
kein mensch kein lebewesen nur
noch staub und trümmer und
der alte geruch nach leid

zeig die leichen nicht
zeig nicht das blut
zeig nicht die glieder
zeig nicht den todesschrei

kriege müssen heute sauber rüber kommen
wir mögen all das schlachten hier nicht mehr
und wenn doch so waren es immer die andern
da zeig und red und mach die köpfe leer

und zäun nur die menschen
die aus den höllen kommen
fernab ein in verbergende räume

ruhe soll sein den
alt lebenden hier

und ungealbte träume

(copyright © 13.04.2017, bernd pol)

Mittwoch, 12. April 2017

nachtgedanken

das reicht von meeresungeheuern
hin zum sternensterben
wo leben ist treibt
unruhe die welt

das reicht vom kleinsten teil
bis hin zur menschenmitte
und von dort zu ganzen universen
zum glück der großen ruhe
zum einssein aller werdewelt

das ist ein leben und bewegen
ein lieben in allgewaltgem maß
das sind die riesenwidersprüche
das sanfte das dann plötzlich hasst

ich schwimme durch mein weltenchaos
lass mich in lebensströmen treiben

und mitunter versinke ich
wie ein kristall im berg
im reinen glück aus
unendbarer ewigliebe

die welten nehm ich wie sie treiben
in allem aber doch mein innensein

das all dies trägt weit
übers wirklich werden
und bleibt doch teil
wahrer wunder welt

(copyright © 12.4.2017, bernd pol)

Dienstag, 11. April 2017

eine liebe verzehren

ich habe das sehnen auswendig gelernt
ein neu begegnen zumindest jeglichen tag
und dann doch nicht wissen wer du bist
und was dir was uns das leben erfüllt

gut ich bin da
und umlebe dich
und höre so gerne
was du mir sagst

wenn da nur die widersprüche nicht wären
und das ungesagte angerissene unfertig
in nebelbedeutungen unserer welt beigemengte

was doch im grunde
so gar nichts bedeutet
und doch ich bin und
ich glaube im zweifel
noch immer aufs wort

das ist das sehnen zum gemeinsam erleben
einer zeit einer liebe eines vertrauens
zum glück fehlt noch dies stück innerer ruhe
dies letzte du bist und du warst und wir werden sein

dies sehnen habe ich
auswendig gelernt

verschmelzen wollt ich
do so soll es nicht sein

(copyright © 11.4.2017, bernd pol)

Montag, 10. April 2017

kosmisch lieben

es ist ein stern aus frühlingsblüten
der gerade jetzt mit dir mein leben teilt
ein kometenschweif aus glücksgefühlen
ein mondbekränztes liebendsein

hab mich ganz aufs dunkel eingelassen
nachtgestalten nach dir abgesucht
sterne habe ich gefragt und wolkenzüge
und hinter alledem die eigenwelt
die uns trägt und nährt und
eine liebe bettet zu tausendfällen

wunder hat uns das versprochen
und eingebunden eins im licht vom mond
uns aufzunehmen gleich in wärmebögen
ein wesensdank in körperschauern

und neben uns die frühlingsblüten
treiben licht durchs dunkelscheinen

die erde ist da universen aufgefallen
und du und ich sind sternengleich

(copyright © 10.4.2017, bernd pol)

Sonntag, 9. April 2017

im leben vergehen

es geht hier jeden tag
ein wenig mehr verloren
aus einem leben das
allzu lange währt

was war ist gewesen ist einzig noch nah
und was wird kann nimmermehr sein
und was ist berührt nur aus der fremde
und alle gesichter sind falsch

man sagt ein mensch und
ein gemeinsames leben
doch die orte stehen
weit außer der welt

und man geht und sucht und ist nicht zu finden
wo man lebt hat sich ungeheures begeben
da führt kein weg mehr zum vertrauten geschehen
und kein tor mehr zum hause zu sein

es ist wie ein kind
zu sein ohne streben
und ohne gedanken außer
still verlorener zeit

da waren wohl mensch zum hassen zum lieben
da lebt immer noch ein sehnen zur nacht
und die tage binden erneut verlorenes leben

ich wollt es wär still
und aus nacht licht gemacht

(copyright © 9.4.2017, bernd pol)

Freitag, 7. April 2017

tief müde aus der dunkelheit

und wenn hier neu ein tag entsteht
und wenn lebenskräfte neue welt gestalten
und wenn vom grau der nacht die farben fliehen
und wenn am rand des lichts die erste amsel singt

dann werd ich still und denke
an die ruhe einer gespensterfreien nacht
setz mir ein morgenlächeln auf
zum wappnen gegen die phantome dieses tags

dass sie nicht fangen nicht belagern
nicht aus den wolken feuer regnen
das menschgemachte nicht und
nicht das aus unterwelten
schwerer alltagsträume

und wenn sich körper wieder wehren
und wenn sich fremd erinnern dumpf erhebt
und wenn müdigkeit besitz ergreift im nebentag
und wenn die welt erneut bedrohlichkeiten ausgebiert

dann zieh ich zitternd eine decke mir
hinauf zum kopf und harre
blind rufend stumm im widerschein bis
hin zum trost in neuer nacht

(copyright © 7.4.2017, bernd pol)

Dienstag, 21. März 2017

nachwinterträge

ich komm nicht nach
der tag rollt so träg
durch meinen lebenssinn
träufeln nebeltränen
auf die feuerfunken
vom vorigen jahr

und hätte es nicht die liebe gegeben
die welt wäre mir dunkel geworden
und leer das werk dieser hände
auf der schattigen seite
dieser inneren welt

so aber steh ich am rand
und sehn mir das dämmern herauf
aus einem leichten morgen ein
neues klares geschäftiges licht

um von dort die welt zu erobern
als wäre ich jung und
aufgeklärt vom alther erfahrnen
baute mir ein leben neu
gegründet im erneuerten lieben

wie jetzt hier nur
tiefer und mehr

und versänke mit dir
im schaffen und einen
uns und die liebe
dauernd zur welt

jetzt aber noch
ist alles so träge
hieltst du mich nicht
doch liebesfest im sein

(copyright © 21.3.2017, bernd pol)

Freitag, 10. März 2017

allein im dunkel der nacht

ich treib mich wieder durch die nächte
wie sie hinter den tagen liegen
den unruhigen den schweren
und trinke die stille

von ferne klingt das rauschen der stadt
ein fenster irgendwo vertropft noch nachtmusik
hoch über mir ruft ein einzelner stern
kristallscharf durch sein loch in den wolken
und ich frage mich wohin er mich zieht

hier im mantel der welt treibt das geschehen mich um
deutlicher noch als im taumel der tage
fernab von hier und doch hautnah im lebendigen sein

was mensch dem menschen tut
aufgeputscht aus letztlich dämonischen mächten
tief aus falschem leben geboren

und ich fühle mich schuldig
an jedem schrei und tropfenden blut
und an den zermahlenen häusern
und den nächtlichen träumen der kinder
und habe so wenig wirkliche kraft
die welt eine runde weiter zu drehen

hier im mantel der nacht
träum ich hilfe und lebendiges sein
und glück allen menschen
und dauer all der liebe der welt

doch es ist nur wie zaubern
zurzeit gehts nun einmal nicht
und wenn es vielleicht funktioniert
dann bestimmt alleine hier nicht

und an den schleiern der stadt
bricht sich ein fast unhörbarer schrei
hier aus der ruhe der nacht
schafft dennoch eine zukunft sich bahn
zu wahrhaftig harmonischem sein

doch jeder schritt wird mir schwer
und das wissen darum dass
die zeit mir nicht reicht

(copyright © 10.3.2017, bernd pol)

Dienstag, 7. März 2017

morgenfrühe

es hat mich heut in die welt geworfen
gerade vor dem frühen dämmern
unter den lichtern der stadt

in den häusern brennen noch die späten lampen
und so manch unruhiger schlaf
bricht sich an transparenten wänden

doch immer noch klingt die liebe des abends
hier nach und bereitet den tag
vor bis weit in die liebe des morgens

und ich geh meinen weg
und träum all diese leben
und reih sie ein in meine welt

und es ist gut

(copyright © 7.3.2017, bernd pol)

Sonntag, 5. März 2017

eines in allem

leben teilen möchte ich
mit dir
genügt ein einziges nicht

ganze welten uns
ewigkeiten vor und
ewigkeiten zurück

und dann du und du und du
eine seele ein sein ein werden

einen augenblick
genießen mit dir

und dann doch nicht
was dir eigen ist
was mir eigen ist

wo immer geheimnisse schweigen
lebt neues mensch sein auf
und wir teilen existenzen

still und sanft und
ganz verschwiegen

eines im ganzen
all diese vielfalt

unzertrennlich
verschieden
gelebt

mit dir will ich
immer neu ein
leben wagen

(copyright © 5.3.2016, bernd pol)

Mittwoch, 15. Februar 2017

lebensspiel

ach ich möchte dich erleben
wie du ganz die deine bist
mit hand und haut dabei
vertiefen mich in dich

raten möcht ich wo du bist
fliegen unter deinen seufzern
verschmelzen für ein leben
lange leichte ewigkeit

wissen möcht ich wie du liebst
einfach nur das innenspüren

um dann neu mit dir zu wachen
lebensstarke zeiten weise

(copyright © 15.2.2017, bernd pol)

Montag, 13. Februar 2017

klagelied an dunkeltagen

warten

dass der tag
seine schwärze verliert
ein licht irgendwo
im nebeldumpfen
öde sein

warten

dass die nacht
ihre trauer vergisst
ein wärmen nur hier
im traumgeflecht
alb gewebt

warten

dass der morgen
kein blendwerk beginnt
wo alte zeit noch
augen zerbrennt
gedankenlos

warten

dass das gehen
den weg neu erkennt
der hierher geführt
und hinaus vom
innengesumpf

warten

dass das wachsen
von kraft sinne erregt
hoffnung zu treiben
irgendwann hier
irgendwie

warten
immer nur warten
warten

und doch
wird es zeit
wieder zu lieben
und angekommen zu sein

(copyright © 13.2.2017, bernd pol)

Freitag, 10. Februar 2017

erinnerungen in schwarzweiß

ach was sind wir jung gewesen
dort auf dem alten grauen bild
und ich hatte dich geliebt

hat uns das leben auch deutlich
weniger schlank gemacht und
sich tief in falten eingegraben

ich hatte dich geliebt
auch jeden folgeschritt
wo die bilder sich teilten

so wenn ich deine augen sehe
wird die welt beinahe wieder
grau in grau wie seinerzeit

und ich hab dich lieb
in allen farben wieder
tief und schwarz und weiß

(copyright © 10.2.2017, bernd pol)

Donnerstag, 9. Februar 2017

wünscheleben

fallen lassen können dürfen
deinen arm in meiner hand
dir im haar die schauer fühlen
wo nichts als ewigkeit geblieben ist

zu wissen wo dir die wärme lebt
so unverstellt von haut zu haut
wo aus stimmen stille wächst
und aus dem bäumen friedensruhe

einfach fallen lassen zauberweise
immer neu und altgewohnt
nichts als wir sein lebensweit
eins in einem können dürfen

es ist der tiefe schlaf in voller welt
es ist erschöpfung die uns kräfte treibt
es ist verschmelzen ohne selbstaufgabe
ist selbst vergessen in gemeinsamkeit

es ist wie wir es auch immer halten
durch widersprüche groß gewachsen
jahrzehnte lang zum einen wunder du
und immer neu ein wunsch zum traum

fallen lassen können dürfen
anders soll es dir nicht sein

(copyright © 9.2.2017, bernd pol)

evolution wortweise

wenn die wörter sprünge machen
sätze in meiner eigenwelt
wo nichts so sein will wie
felsenfest sonst eingeschrieben

dann duck ich mich weg
beginne neue träume
entlang des wandels
hin zu neuen sätzen

denn wenn die wörter sprünge machen
ändert sich das wesen meiner welt

und manchmal wirklich
versteh ich mich neu

(copyright © 9.2.2017, bernd pol)

Mittwoch, 8. Februar 2017

splendid isolation

hab mir einen weg an die wasser gebaut
um mitzuwandern wie borkenboote ziehen
gemächlich denn hier strömt es leis

gab ihnen segel zur reise
fragen in leicht lesbaren zeichen
was die welt wohl bewegt
und mich und mein einfaches leben
vor lebenslärm und lauerwut

bin still in mich gekehrt
den weg gezogen mit den booten
und alles schien voll einfachheit
bis zu jener letzten biegung
wo die wasser verschwanden

an den zäunen zur welt sind
die boote mir abhanden gekommen
samt ihren fleckigen fragesegeln
am wegende dort am rande der zeit

nun lausch ich im wind fernem fremderleben
ob antworten kommen aus den nöten der welt
hier an den zäunen am rande der zeit
eingemauert im abgetrennten eigensein

doch die boote kehren nicht wieder
und die segel verlieren was war
da ist kein weg über die wasser

hinter den zäunen am rande der zeit
wo die angst einen bannt
vor dem lauten sein am anderen ende
wirklich menschlicher welt

(copyright © 8.2.2017, bernd pol)

Dienstag, 7. Februar 2017

ein lebenskern

dann wieder ist es als stündest du im licht
nicht ein schatten trübt dich ein vor mir
und ich brenne um deinen innersten kern
und alles alles ist einfach nur wahr

da mag ich den blick nicht wenden
wo aus dir ganze leben strahlen
deine in aller vielfalt und
meine gespiegelt darin zu
untrennbar gewachsenem
gemeinsamen sein

und das sehnen wächst wieder
danach dich zu spüren in
jedem lebendigen schritt

wenn es uns vergönnt ist
viele strahlend reine
lebensfeuer lang

ich seh den vulkan und will
nur in seinem glühen ertrinken
und dich lesen aus der asche
phoenix gleich immer wieder
neu erlebt und verstanden

was du warst
was du bist
was wir werden

dein wünschen in mir
und meines in deinem

das leben wird wirklich
im endlos vertrauten
fest getriebenen grund

(copyright © 7.2.2017, bernd pol)

Montag, 6. Februar 2017

etwas vorzeitig

heute fand ich sie
die frühen spitzenteppiche
von schneeglöckchen
drei tage weit vielleicht
über alternden laub

nicht weit davon
schnarrt zwitschert pfeift
ein star die erste frühlingsbalz
und macht die welt für sich verrückt

dabei ist doch erst früher februar
und es gab hier kaum etwas winterschnee
aber eine amsel sammelt sich
schon halme vom vergangenen jahr

ich hab mir die bäume befragt
kann das denn sein
doch die bleiben noch stumm
in sich versenkt

das gras aber im vorjährigen rasen
stemmt sich bereits
gegen meinen unbedachten schritt
und tut sichtlich empört

was solls
es will frühjahr werden
vor der zeit

und ich fühl mich bereits
ganz schlapp
und so körpertief müde

komm reich mir die hand
will mich mit dir
unter decken verstecken

dort machen wir uns selber
ein eigenes
faules
glückliches jahr

(copyright © 6.2.2017, bernd pol)

Sonntag, 5. Februar 2017

zwischenwacht nach katzenart

bin aus dem traum auf die beine gefallen
katzengleich gedreht um meine eigene achse
doch nun steht die wirklichkeit mir kopf
und macht mühe zu wissen wo und wer ich bin

so setz ich mich auf
und schau nach dir
kaum im licht mich
versichernd mit
leichter hand
dass es uns
so wirklich
noch gibt

und wenn du in deinem träumen ganz sacht
ein wenig seufzt und leis dazu schnarchst
lass ich die katze mir los und kuschel mich
warm bei dir ein und schnurre mich frei

bis der schlaf wiederkommt
und wirklichkeit gibt
unserm träumen und
oben und unten
wird gleich

da bleib mir ruhig mein lieb
lass die welt uns einfach sein
katzengleich und unmittelbar für
jeden gemeinsamen traum
dies volle nächteleben

(copyright © 5.2.2017, bernd pol)

Samstag, 4. Februar 2017

menschenwelterkennen

es ist nicht so

dass meere sind die menschen trennen
oder die höhen der gebirge oder
die flüsse seit alters her oder
einfach nur straßen mit grenzbäumen

es ist auch nicht so

dass da länder sind in verschiedenheit
oder fabriken pflüge boote oder
die tiefen wälder im horizont oder
die art gegen einander häuser zu bauen

und auch nicht so

dass die wachstumshöhe die menschen trennt
oder die eigene farbe der haut oder
die art untereinander zu sprechen oder
das denken in welt und geistsystemen

selbst dies nicht so

dass es arm und reich gibt unter der sonne
oder laut und leise im glück oder
die eigene weise zu lieben oder
das leben zu begreifen in alltäglichkeit

es ist so

dass die menschheit erst in vielfalt wahrhaft lebt
und dass menschen sich entzweien und
blind werden gegeneinander und
die welt stirbt in verständnislosigkeit

genau so

wenn nicht einhalt geboten werden kann
allem was trennt in oben und unten und
was schwester und bruder entzweit und
was eigensucht macht gibt aller arten

so

ist kraft zu wünschen und sorge und einsicht
und ausdauer über alle schwere zeit und
vertrauen in den willen der menschen und
die geeinte kraft von schwester und bruder

eine welt zu bauen in liebe
und einigkeit und vielfalt
und das wirkende wissen

eines jeden kraft sei
für einen jeden da

an jedem ort
zu jeder zeit
der ganzen welt

auch wenn es dauern mag
noch heute
hier

(copyright © 4.2.2017, bernd pol)

Samstag, 28. Januar 2017

trauer unter schwerer nacht

die nacht fällt früh in diesen zeiten
und lastet schwer mit kalten sternen
wenn der schlaf dich flieht
vor albgeformten träumen

da treibt dich menschensehnen um
nach frieden das und das nach leben
und dieses wieder schlicht nach freundlichkeit
wo nachbarn den nachbarn nicht dauergegner sind
wo kein allzu naher schrei das leben zerreißt

noch fern über die halbe erde
hörst du es bist auch du noch
immer hilf oder gedankenlos

ein alb unter schwerer früher nacht
wo keine sterne hilfreich trösten
und jeder schlaf zur halben sünde wird

wenn im vergessen trauer lebt
ohne einhalt geboten zu haben

trotz allem bemühen
aus jeglichem tag

(copyright © 28.1.2017, bernd pol)

Freitag, 27. Januar 2017

weltenhoffen

und dann hast du mich in den arm genommen
als der tag bereits gewachsen war
mit diesem kuss der wie immer auch der erste war
als der tag uns hell wurde und warm
hier drinnen im bett mit dem winter am fenster
und es war uns zum verschmelzen gut

es tut gut noch immer wieder eins zu sein
auch wenn die welt da draußen sich entzweit
und kalt und kälter zu schrumpfen scheint

wenn ein lieben mitunter schmerzhaft fehlt
lass sie uns binden die welt
in deinem arm mit unsrem kuss und
all der stärke die uns hier
wahrhaftigkeit zur dauer vermag

du der winter hält nicht vor für alle zeit
und die welt wird warm und neu wenn
nur dies sicher lieben bleibt
uns und immer alledem

(copyright © 27.1.2017, bernd pol)

Mittwoch, 25. Januar 2017

langsames vergessen

was ist wenn du lebst
aus erinnern strömt dir
immer wieder neu die
längst durchlebte welt

und doch
hältst du zu fest
wandelt es sich ungesehen
zum dämonengrund und frisst
das glück dir
aus dem sein

was ist wenn du lebst mit mir
im gemeinsamen weißt du noch
und eines tages stellst du fest
du weißt nicht mehr oder
du weißt nicht so wie
das unsrer liebe geschah

vergessen ist schon eines lebens teil
doch im letzten schritt von erinnerung
soll wenigstens dies eine bleiben

wir lieben uns doch

(copyright © 25.1.2017, bernd pol)

Montag, 23. Januar 2017

lebensfarben schlafgesang

könnt ich die nächte uns nur
auch mit tagesfarben streichen
eine sonne legte ich über die zeit
aus meinem fliehendem schlaf

ich würde dich in wärmetönen malen
einen warmen feinen sommerschauer
aus regenbögen gegen die winternacht setzen

eingehüllt in ein feengewand
ein zwergenlied aus kindertagen
möcht ich dich zwischen decken bergen

dass der schlaf uns nicht flieht
von der kälte dieser treibenden nacht

könnt ich die tage uns nur
auch mit nächtefarben streichen
mit einem sanften mond und dem
sternenlieben aus lebendiger zeit

schlaf du mein lieb
heut will ich dich bergen

in all unseren farben
des alten tags und dieser
langsam verstreichenden nacht

(copyright © 23.1.2017, bernd pol)

Sonntag, 22. Januar 2017

noch zeitig leuchten

wenn die zeiten dunkler werden
bevor es völlig finster ist
schaff ich mir ein licht
um es draußen mit
hunderttausenden
zu vereinen

es reicht zwar nicht nur die welt zu erhellen
aber sichtbar bleiben lohnt noch immer
und in den winkeln aufzuschrecken
was immer im geheimen blüht

das leuchten
das sehen
das rufen

das tun und
das wehren

die stärke bleibt im
schaffenden bewusst
nach jeder eigenen art
gemeinsam uns allen

ein licht werde ich schaffen
die flamme reich ich gerne
weiter an jeden der
heiß damit brennt

(copyright © 22.1.2015, bernd pol)

Freitag, 20. Januar 2017

hand in hand

das ist die zeit in der leben sich lösen
aus dem werden und geworden sein
um zueinander neu sich zu finden
im wieder erfüllten geborgen sein

wenn ich im schlaf mitunter dein lächeln sehe
dort unter der wärme eines vergehenden traums
und es treibt mir all die gemeinsamen jahre ein
die vergangenen und doch längst nicht verwehten
und ich weiß wie es war mit dem leuchten und
wie es heute und morgen sicher dauerhaft ist

da greif ich leise zur decke
lösch mir behutsam mein licht

und geh träumen wie etwas war
und wie es hätte sein mögen
und wie es gut geworden ist
und wie es wächst noch immer

stunden und tage und jahre
ein leben ein traum

hand in hand
gebunden
mit dir

(copyright © 20.1.2017, bernd pol)

Mittwoch, 18. Januar 2017

offene enden

wär es nur was wäre wenn
die welt könnte so einfach bleiben
aber dies was war da weil
und das nicht wissen wie
treibt einen in dämonen um

es ist so schwer die welt zu teilen
im leben urvertraut gemeinsam sein
mit all dem nicht mehr antastbaren
all jenem unausdrückbar sein

und wurd es letztlich auch ein voll erfülltes lieben
wo mancher weg sich teilte und dann wieder neu verband
zu diesem glück von heut auf jenen letzten schritten
im wundersamen eins in eins geworden sein

schwebt doch ein stiller hauch von trauer
ein spüren ahnen von verborgnem schmerz
und dann doch nicht heilen helfen dürfen

so trägt das lieben stille schatten
und will doch durchgewandert sein
wortlos still im urvertrauen

ich war du warst
wir sind gewesen

der weg ist fest der hier noch bleibt
im still vertrauend gang und lebbar sein

(copyright © 18.1.2017, bernd pol)