Mittwoch, 26. April 2017

grübeln an grauen innentagen

mir ist der kopf heut grade größtenteils mus
und die beine wollen auch wieder nicht recht
und irgendwie macht mich jede brille konfus
und was ich sonst möchte ist irgendwie schlecht

es sind die grauen tage die einen drücken
es ist jede gar zu arg durchwachte nacht
es ist dies wollen ohne rechtes entzücken
es sind wünsche immer wieder zerdacht

da wäre so gerne ein gehn unter den sternen
und noch ein weiter fruchtbarer lebenslauf
ein nie sich wieder vom lieben entfernen

doch schau ich mir drauf
an solch grau überfärbten tagen



nun gut
ich gebe so leicht
mir das leben nicht auf

(copyright © 26.4.2017, bernd pol)

Donnerstag, 20. April 2017

eine kleine morgenhymne

nur die eine kleine große liebe
die die welt in ihren angeln hält
nur ein dasein im großen dabei
dort wo ein wort das andre stellt
und eines im andern schwingt
ungesagt ungestört im eigensein
nur hier im gemeinsam wissend
um und für einander leben

aufzuwachen beieinander
im vertrauen du bist da
wie du mir gewachsen bist
und ich in dir und wie
dann immer neu die welt
aus sanftem beben kam

und ich schau dich an und
weiß noch du lebst bestimmt
in deiner welt dasselbe doch
von völlig andrer eigen art

und schafft sich jeder auf ganz eignen wegen
manchmal in tränen und im widerspruch
mitunter aber wo die spuren kreuzen
doch in eins verwischt unverkennbar
gemeinsam ewig weite strecken gehn

da prägt es uns im beben
existenz gewordner
eins-samkeit

aus sternenleben
zum universum sein

(copyright © 20.4.2017, bernd pol)

Donnerstag, 13. April 2017

alb sanft verzeichnet

die straßen hier wie kerzenstummel
ausgeräumt da brennt nicht viel
kein mensch kein lebewesen nur
noch staub und trümmer und
der alte geruch nach leid

zeig die leichen nicht
zeig nicht das blut
zeig nicht die glieder
zeig nicht den todesschrei

kriege müssen heute sauber rüber kommen
wir mögen all das schlachten hier nicht mehr
und wenn doch so waren es immer die andern
da zeig und red und mach die köpfe leer

und zäun nur die menschen
die aus den höllen kommen
fernab ein in verbergende räume

ruhe soll sein den
alt lebenden hier

und ungealbte träume

(copyright © 13.04.2017, bernd pol)

Mittwoch, 12. April 2017

nachtgedanken

das reicht von meeresungeheuern
hin zum sternensterben
wo leben ist treibt
unruhe die welt

das reicht vom kleinsten teil
bis hin zur menschenmitte
und von dort zu ganzen universen
zum glück der großen ruhe
zum einssein aller werdewelt

das ist ein leben und bewegen
ein lieben in allgewaltgem maß
das sind die riesenwidersprüche
das sanfte das dann plötzlich hasst

ich schwimme durch mein weltenchaos
lass mich in lebensströmen treiben

und mitunter versinke ich
wie ein kristall im berg
im reinen glück aus
unendbarer ewigliebe

die welten nehm ich wie sie treiben
in allem aber doch mein innensein

das all dies trägt weit
übers wirklich werden
und bleibt doch teil
wahrer wunder welt

(copyright © 12.4.2017, bernd pol)

Dienstag, 11. April 2017

eine liebe verzehren

ich habe das sehnen auswendig gelernt
ein neu begegnen zumindest jeglichen tag
und dann doch nicht wissen wer du bist
und was dir was uns das leben erfüllt

gut ich bin da
und umlebe dich
und höre so gerne
was du mir sagst

wenn da nur die widersprüche nicht wären
und das ungesagte angerissene unfertig
in nebelbedeutungen unserer welt beigemengte

was doch im grunde
so gar nichts bedeutet
und doch ich bin und
ich glaube im zweifel
noch immer aufs wort

das ist das sehnen zum gemeinsam erleben
einer zeit einer liebe eines vertrauens
zum glück fehlt noch dies stück innerer ruhe
dies letzte du bist und du warst und wir werden sein

dies sehnen habe ich
auswendig gelernt

verschmelzen wollt ich
do so soll es nicht sein

(copyright © 11.4.2017, bernd pol)

Montag, 10. April 2017

kosmisch lieben

es ist ein stern aus frühlingsblüten
der gerade jetzt mit dir mein leben teilt
ein kometenschweif aus glücksgefühlen
ein mondbekränztes liebendsein

hab mich ganz aufs dunkel eingelassen
nachtgestalten nach dir abgesucht
sterne habe ich gefragt und wolkenzüge
und hinter alledem die eigenwelt
die uns trägt und nährt und
eine liebe bettet zu tausendfällen

wunder hat uns das versprochen
und eingebunden eins im licht vom mond
uns aufzunehmen gleich in wärmebögen
ein wesensdank in körperschauern

und neben uns die frühlingsblüten
treiben licht durchs dunkelscheinen

die erde ist da universen aufgefallen
und du und ich sind sternengleich

(copyright © 10.4.2017, bernd pol)

Sonntag, 9. April 2017

im leben vergehen

es geht hier jeden tag
ein wenig mehr verloren
aus einem leben das
allzu lange währt

was war ist gewesen ist einzig noch nah
und was wird kann nimmermehr sein
und was ist berührt nur aus der fremde
und alle gesichter sind falsch

man sagt ein mensch und
ein gemeinsames leben
doch die orte stehen
weit außer der welt

und man geht und sucht und ist nicht zu finden
wo man lebt hat sich ungeheures begeben
da führt kein weg mehr zum vertrauten geschehen
und kein tor mehr zum hause zu sein

es ist wie ein kind
zu sein ohne streben
und ohne gedanken außer
still verlorener zeit

da waren wohl mensch zum hassen zum lieben
da lebt immer noch ein sehnen zur nacht
und die tage binden erneut verlorenes leben

ich wollt es wär still
und aus nacht licht gemacht

(copyright © 9.4.2017, bernd pol)

Freitag, 7. April 2017

tief müde aus der dunkelheit

und wenn hier neu ein tag entsteht
und wenn lebenskräfte neue welt gestalten
und wenn vom grau der nacht die farben fliehen
und wenn am rand des lichts die erste amsel singt

dann werd ich still und denke
an die ruhe einer gespensterfreien nacht
setz mir ein morgenlächeln auf
zum wappnen gegen die phantome dieses tags

dass sie nicht fangen nicht belagern
nicht aus den wolken feuer regnen
das menschgemachte nicht und
nicht das aus unterwelten
schwerer alltagsträume

und wenn sich körper wieder wehren
und wenn sich fremd erinnern dumpf erhebt
und wenn müdigkeit besitz ergreift im nebentag
und wenn die welt erneut bedrohlichkeiten ausgebiert

dann zieh ich zitternd eine decke mir
hinauf zum kopf und harre
blind rufend stumm im widerschein bis
hin zum trost in neuer nacht

(copyright © 7.4.2017, bernd pol)

Dienstag, 21. März 2017

nachwinterträge

ich komm nicht nach
der tag rollt so träg
durch meinen lebenssinn
träufeln nebeltränen
auf die feuerfunken
vom vorigen jahr

und hätte es nicht die liebe gegeben
die welt wäre mir dunkel geworden
und leer das werk dieser hände
auf der schattigen seite
dieser inneren welt

so aber steh ich am rand
und sehn mir das dämmern herauf
aus einem leichten morgen ein
neues klares geschäftiges licht

um von dort die welt zu erobern
als wäre ich jung und
aufgeklärt vom alther erfahrnen
baute mir ein leben neu
gegründet im erneuerten lieben

wie jetzt hier nur
tiefer und mehr

und versänke mit dir
im schaffen und einen
uns und die liebe
dauernd zur welt

jetzt aber noch
ist alles so träge
hieltst du mich nicht
doch liebesfest im sein

(copyright © 21.3.2017, bernd pol)

Freitag, 10. März 2017

allein im dunkel der nacht

ich treib mich wieder durch die nächte
wie sie hinter den tagen liegen
den unruhigen den schweren
und trinke die stille

von ferne klingt das rauschen der stadt
ein fenster irgendwo vertropft noch nachtmusik
hoch über mir ruft ein einzelner stern
kristallscharf durch sein loch in den wolken
und ich frage mich wohin er mich zieht

hier im mantel der welt treibt das geschehen mich um
deutlicher noch als im taumel der tage
fernab von hier und doch hautnah im lebendigen sein

was mensch dem menschen tut
aufgeputscht aus letztlich dämonischen mächten
tief aus falschem leben geboren

und ich fühle mich schuldig
an jedem schrei und tropfenden blut
und an den zermahlenen häusern
und den nächtlichen träumen der kinder
und habe so wenig wirkliche kraft
die welt eine runde weiter zu drehen

hier im mantel der nacht
träum ich hilfe und lebendiges sein
und glück allen menschen
und dauer all der liebe der welt

doch es ist nur wie zaubern
zurzeit gehts nun einmal nicht
und wenn es vielleicht funktioniert
dann bestimmt alleine hier nicht

und an den schleiern der stadt
bricht sich ein fast unhörbarer schrei
hier aus der ruhe der nacht
schafft dennoch eine zukunft sich bahn
zu wahrhaftig harmonischem sein

doch jeder schritt wird mir schwer
und das wissen darum dass
die zeit mir nicht reicht

(copyright © 10.3.2017, bernd pol)

Dienstag, 7. März 2017

morgenfrühe

es hat mich heut in die welt geworfen
gerade vor dem frühen dämmern
unter den lichtern der stadt

in den häusern brennen noch die späten lampen
und so manch unruhiger schlaf
bricht sich an transparenten wänden

doch immer noch klingt die liebe des abends
hier nach und bereitet den tag
vor bis weit in die liebe des morgens

und ich geh meinen weg
und träum all diese leben
und reih sie ein in meine welt

und es ist gut

(copyright © 7.3.2017, bernd pol)

Sonntag, 5. März 2017

eines in allem

leben teilen möchte ich
mit dir
genügt ein einziges nicht

ganze welten uns
ewigkeiten vor und
ewigkeiten zurück

und dann du und du und du
eine seele ein sein ein werden

einen augenblick
genießen mit dir

und dann doch nicht
was dir eigen ist
was mir eigen ist

wo immer geheimnisse schweigen
lebt neues mensch sein auf
und wir teilen existenzen

still und sanft und
ganz verschwiegen

eines im ganzen
all diese vielfalt

unzertrennlich
verschieden
gelebt

mit dir will ich
immer neu ein
leben wagen

(copyright © 5.3.2016, bernd pol)

Mittwoch, 15. Februar 2017

lebensspiel

ach ich möchte dich erleben
wie du ganz die deine bist
mit hand und haut dabei
vertiefen mich in dich

raten möcht ich wo du bist
fliegen unter deinen seufzern
verschmelzen für ein leben
lange leichte ewigkeit

wissen möcht ich wie du liebst
einfach nur das innenspüren

um dann neu mit dir zu wachen
lebensstarke zeiten weise

(copyright © 15.2.2017, bernd pol)

Montag, 13. Februar 2017

klagelied an dunkeltagen

warten

dass der tag
seine schwärze verliert
ein licht irgendwo
im nebeldumpfen
öde sein

warten

dass die nacht
ihre trauer vergisst
ein wärmen nur hier
im traumgeflecht
alb gewebt

warten

dass der morgen
kein blendwerk beginnt
wo alte zeit noch
augen zerbrennt
gedankenlos

warten

dass das gehen
den weg neu erkennt
der hierher geführt
und hinaus vom
innengesumpf

warten

dass das wachsen
von kraft sinne erregt
hoffnung zu treiben
irgendwann hier
irgendwie

warten
immer nur warten
warten

und doch
wird es zeit
wieder zu lieben
und angekommen zu sein

(copyright © 13.2.2017, bernd pol)

Freitag, 10. Februar 2017

erinnerungen in schwarzweiß

ach was sind wir jung gewesen
dort auf dem alten grauen bild
und ich hatte dich geliebt

hat uns das leben auch deutlich
weniger schlank gemacht und
sich tief in falten eingegraben

ich hatte dich geliebt
auch jeden folgeschritt
wo die bilder sich teilten

so wenn ich deine augen sehe
wird die welt beinahe wieder
grau in grau wie seinerzeit

und ich hab dich lieb
in allen farben wieder
tief und schwarz und weiß

(copyright © 10.2.2017, bernd pol)

Donnerstag, 9. Februar 2017

wünscheleben

fallen lassen können dürfen
deinen arm in meiner hand
dir im haar die schauer fühlen
wo nichts als ewigkeit geblieben ist

zu wissen wo dir die wärme lebt
so unverstellt von haut zu haut
wo aus stimmen stille wächst
und aus dem bäumen friedensruhe

einfach fallen lassen zauberweise
immer neu und altgewohnt
nichts als wir sein lebensweit
eins in einem können dürfen

es ist der tiefe schlaf in voller welt
es ist erschöpfung die uns kräfte treibt
es ist verschmelzen ohne selbstaufgabe
ist selbst vergessen in gemeinsamkeit

es ist wie wir es auch immer halten
durch widersprüche groß gewachsen
jahrzehnte lang zum einen wunder du
und immer neu ein wunsch zum traum

fallen lassen können dürfen
anders soll es dir nicht sein

(copyright © 9.2.2017, bernd pol)

evolution wortweise

wenn die wörter sprünge machen
sätze in meiner eigenwelt
wo nichts so sein will wie
felsenfest sonst eingeschrieben

dann duck ich mich weg
beginne neue träume
entlang des wandels
hin zu neuen sätzen

denn wenn die wörter sprünge machen
ändert sich das wesen meiner welt

und manchmal wirklich
versteh ich mich neu

(copyright © 9.2.2017, bernd pol)

Mittwoch, 8. Februar 2017

splendid isolation

hab mir einen weg an die wasser gebaut
um mitzuwandern wie borkenboote ziehen
gemächlich denn hier strömt es leis

gab ihnen segel zur reise
fragen in leicht lesbaren zeichen
was die welt wohl bewegt
und mich und mein einfaches leben
vor lebenslärm und lauerwut

bin still in mich gekehrt
den weg gezogen mit den booten
und alles schien voll einfachheit
bis zu jener letzten biegung
wo die wasser verschwanden

an den zäunen zur welt sind
die boote mir abhanden gekommen
samt ihren fleckigen fragesegeln
am wegende dort am rande der zeit

nun lausch ich im wind fernem fremderleben
ob antworten kommen aus den nöten der welt
hier an den zäunen am rande der zeit
eingemauert im abgetrennten eigensein

doch die boote kehren nicht wieder
und die segel verlieren was war
da ist kein weg über die wasser

hinter den zäunen am rande der zeit
wo die angst einen bannt
vor dem lauten sein am anderen ende
wirklich menschlicher welt

(copyright © 8.2.2017, bernd pol)

Dienstag, 7. Februar 2017

ein lebenskern

dann wieder ist es als stündest du im licht
nicht ein schatten trübt dich ein vor mir
und ich brenne um deinen innersten kern
und alles alles ist einfach nur wahr

da mag ich den blick nicht wenden
wo aus dir ganze leben strahlen
deine in aller vielfalt und
meine gespiegelt darin zu
untrennbar gewachsenem
gemeinsamen sein

und das sehnen wächst wieder
danach dich zu spüren in
jedem lebendigen schritt

wenn es uns vergönnt ist
viele strahlend reine
lebensfeuer lang

ich seh den vulkan und will
nur in seinem glühen ertrinken
und dich lesen aus der asche
phoenix gleich immer wieder
neu erlebt und verstanden

was du warst
was du bist
was wir werden

dein wünschen in mir
und meines in deinem

das leben wird wirklich
im endlos vertrauten
fest getriebenen grund

(copyright © 7.2.2017, bernd pol)

Montag, 6. Februar 2017

etwas vorzeitig

heute fand ich sie
die frühen spitzenteppiche
von schneeglöckchen
drei tage weit vielleicht
über alternden laub

nicht weit davon
schnarrt zwitschert pfeift
ein star die erste frühlingsbalz
und macht die welt für sich verrückt

dabei ist doch erst früher februar
und es gab hier kaum etwas winterschnee
aber eine amsel sammelt sich
schon halme vom vergangenen jahr

ich hab mir die bäume befragt
kann das denn sein
doch die bleiben noch stumm
in sich versenkt

das gras aber im vorjährigen rasen
stemmt sich bereits
gegen meinen unbedachten schritt
und tut sichtlich empört

was solls
es will frühjahr werden
vor der zeit

und ich fühl mich bereits
ganz schlapp
und so körpertief müde

komm reich mir die hand
will mich mit dir
unter decken verstecken

dort machen wir uns selber
ein eigenes
faules
glückliches jahr

(copyright © 6.2.2017, bernd pol)

Sonntag, 5. Februar 2017

zwischenwacht nach katzenart

bin aus dem traum auf die beine gefallen
katzengleich gedreht um meine eigene achse
doch nun steht die wirklichkeit mir kopf
und macht mühe zu wissen wo und wer ich bin

so setz ich mich auf
und schau nach dir
kaum im licht mich
versichernd mit
leichter hand
dass es uns
so wirklich
noch gibt

und wenn du in deinem träumen ganz sacht
ein wenig seufzt und leis dazu schnarchst
lass ich die katze mir los und kuschel mich
warm bei dir ein und schnurre mich frei

bis der schlaf wiederkommt
und wirklichkeit gibt
unserm träumen und
oben und unten
wird gleich

da bleib mir ruhig mein lieb
lass die welt uns einfach sein
katzengleich und unmittelbar für
jeden gemeinsamen traum
dies volle nächteleben

(copyright © 5.2.2017, bernd pol)

Samstag, 4. Februar 2017

menschenwelterkennen

es ist nicht so

dass meere sind die menschen trennen
oder die höhen der gebirge oder
die flüsse seit alters her oder
einfach nur straßen mit grenzbäumen

es ist auch nicht so

dass da länder sind in verschiedenheit
oder fabriken pflüge boote oder
die tiefen wälder im horizont oder
die art gegen einander häuser zu bauen

und auch nicht so

dass die wachstumshöhe die menschen trennt
oder die eigene farbe der haut oder
die art untereinander zu sprechen oder
das denken in welt und geistsystemen

selbst dies nicht so

dass es arm und reich gibt unter der sonne
oder laut und leise im glück oder
die eigene weise zu lieben oder
das leben zu begreifen in alltäglichkeit

es ist so

dass die menschheit erst in vielfalt wahrhaft lebt
und dass menschen sich entzweien und
blind werden gegeneinander und
die welt stirbt in verständnislosigkeit

genau so

wenn nicht einhalt geboten werden kann
allem was trennt in oben und unten und
was schwester und bruder entzweit und
was eigensucht macht gibt aller arten

so

ist kraft zu wünschen und sorge und einsicht
und ausdauer über alle schwere zeit und
vertrauen in den willen der menschen und
die geeinte kraft von schwester und bruder

eine welt zu bauen in liebe
und einigkeit und vielfalt
und das wirkende wissen

eines jeden kraft sei
für einen jeden da

an jedem ort
zu jeder zeit
der ganzen welt

auch wenn es dauern mag
noch heute
hier

(copyright © 4.2.2017, bernd pol)

Samstag, 28. Januar 2017

trauer unter schwerer nacht

die nacht fällt früh in diesen zeiten
und lastet schwer mit kalten sternen
wenn der schlaf dich flieht
vor albgeformten träumen

da treibt dich menschensehnen um
nach frieden das und das nach leben
und dieses wieder schlicht nach freundlichkeit
wo nachbarn den nachbarn nicht dauergegner sind
wo kein allzu naher schrei das leben zerreißt

noch fern über die halbe erde
hörst du es bist auch du noch
immer hilf oder gedankenlos

ein alb unter schwerer früher nacht
wo keine sterne hilfreich trösten
und jeder schlaf zur halben sünde wird

wenn im vergessen trauer lebt
ohne einhalt geboten zu haben

trotz allem bemühen
aus jeglichem tag

(copyright © 28.1.2017, bernd pol)

Freitag, 27. Januar 2017

weltenhoffen

und dann hast du mich in den arm genommen
als der tag bereits gewachsen war
mit diesem kuss der wie immer auch der erste war
als der tag uns hell wurde und warm
hier drinnen im bett mit dem winter am fenster
und es war uns zum verschmelzen gut

es tut gut noch immer wieder eins zu sein
auch wenn die welt da draußen sich entzweit
und kalt und kälter zu schrumpfen scheint

wenn ein lieben mitunter schmerzhaft fehlt
lass sie uns binden die welt
in deinem arm mit unsrem kuss und
all der stärke die uns hier
wahrhaftigkeit zur dauer vermag

du der winter hält nicht vor für alle zeit
und die welt wird warm und neu wenn
nur dies sicher lieben bleibt
uns und immer alledem

(copyright © 27.1.2017, bernd pol)

Mittwoch, 25. Januar 2017

langsames vergessen

was ist wenn du lebst
aus erinnern strömt dir
immer wieder neu die
längst durchlebte welt

und doch
hältst du zu fest
wandelt es sich ungesehen
zum dämonengrund und frisst
das glück dir
aus dem sein

was ist wenn du lebst mit mir
im gemeinsamen weißt du noch
und eines tages stellst du fest
du weißt nicht mehr oder
du weißt nicht so wie
das unsrer liebe geschah

vergessen ist schon eines lebens teil
doch im letzten schritt von erinnerung
soll wenigstens dies eine bleiben

wir lieben uns doch

(copyright © 25.1.2017, bernd pol)

Montag, 23. Januar 2017

lebensfarben schlafgesang

könnt ich die nächte uns nur
auch mit tagesfarben streichen
eine sonne legte ich über die zeit
aus meinem fliehendem schlaf

ich würde dich in wärmetönen malen
einen warmen feinen sommerschauer
aus regenbögen gegen die winternacht setzen

eingehüllt in ein feengewand
ein zwergenlied aus kindertagen
möcht ich dich zwischen decken bergen

dass der schlaf uns nicht flieht
von der kälte dieser treibenden nacht

könnt ich die tage uns nur
auch mit nächtefarben streichen
mit einem sanften mond und dem
sternenlieben aus lebendiger zeit

schlaf du mein lieb
heut will ich dich bergen

in all unseren farben
des alten tags und dieser
langsam verstreichenden nacht

(copyright © 23.1.2017, bernd pol)

Sonntag, 22. Januar 2017

noch zeitig leuchten

wenn die zeiten dunkler werden
bevor es völlig finster ist
schaff ich mir ein licht
um es draußen mit
hunderttausenden
zu vereinen

es reicht zwar nicht nur die welt zu erhellen
aber sichtbar bleiben lohnt noch immer
und in den winkeln aufzuschrecken
was immer im geheimen blüht

das leuchten
das sehen
das rufen

das tun und
das wehren

die stärke bleibt im
schaffenden bewusst
nach jeder eigenen art
gemeinsam uns allen

ein licht werde ich schaffen
die flamme reich ich gerne
weiter an jeden der
heiß damit brennt

(copyright © 22.1.2015, bernd pol)

Freitag, 20. Januar 2017

hand in hand

das ist die zeit in der leben sich lösen
aus dem werden und geworden sein
um zueinander neu sich zu finden
im wieder erfüllten geborgen sein

wenn ich im schlaf mitunter dein lächeln sehe
dort unter der wärme eines vergehenden traums
und es treibt mir all die gemeinsamen jahre ein
die vergangenen und doch längst nicht verwehten
und ich weiß wie es war mit dem leuchten und
wie es heute und morgen sicher dauerhaft ist

da greif ich leise zur decke
lösch mir behutsam mein licht

und geh träumen wie etwas war
und wie es hätte sein mögen
und wie es gut geworden ist
und wie es wächst noch immer

stunden und tage und jahre
ein leben ein traum

hand in hand
gebunden
mit dir

(copyright © 20.1.2017, bernd pol)

Mittwoch, 18. Januar 2017

offene enden

wär es nur was wäre wenn
die welt könnte so einfach bleiben
aber dies was war da weil
und das nicht wissen wie
treibt einen in dämonen um

es ist so schwer die welt zu teilen
im leben urvertraut gemeinsam sein
mit all dem nicht mehr antastbaren
all jenem unausdrückbar sein

und wurd es letztlich auch ein voll erfülltes lieben
wo mancher weg sich teilte und dann wieder neu verband
zu diesem glück von heut auf jenen letzten schritten
im wundersamen eins in eins geworden sein

schwebt doch ein stiller hauch von trauer
ein spüren ahnen von verborgnem schmerz
und dann doch nicht heilen helfen dürfen

so trägt das lieben stille schatten
und will doch durchgewandert sein
wortlos still im urvertrauen

ich war du warst
wir sind gewesen

der weg ist fest der hier noch bleibt
im still vertrauend gang und lebbar sein

(copyright © 18.1.2017, bernd pol)