Samstag, 24. Juni 2017

verständigungen

weißt du wenn ich weiß was du weißt
oder nicht und die worte fehlen
und du bist so ganz in deiner welt

es ist so schwer mitunter
den weg zu finden dort
der zu dir führt und
dem wirklichen sein

von mir zu dir zu mir
und immer weiter tastend
ein wissen ein vertrauen
ein raten ein fremdsein

ein verstehen schaffen
von einer zu einer anderen welt
weißt du wenn die worte fehlen

und die gesten nicht reichen
und das mitgefühl sich an
unerkannten mauern bricht

und einfach nur die herzen
schreien hinter dem lieben
dem unverstandnen außensein

weißt du wenn du weißt
und die liebe treibt
durch mauern hier

zu dir
zu mir

einverstandenes
einszweisamsein

(copyright © 24.6.2017, bernd pol)

Freitag, 23. Juni 2017

vom erforschen der nähe

ich würde so gerne das lieben verstehen
das meine und das was außer mir lebt
die widersprüche wissen und fühlen
wies deiner freudentrauer ergeht

ich möchte wissen
wenn ich dich spüre
was du von mir erlebst

und ob dein leben
so war und so wurde
was du vom lieben begehrst

nein nicht die worte sind da entscheidend
dies wissen entsteht nicht im gesprochenen raum
dem vertrauten zu vertrauen im immer neuen geschehen

und auch von ferne her wissen
aus deinem ganz eigenen leben

ein wahres lieben ist es
wenn du bei mir bist
bleibst du mir nah

(copyright © 23.6.2017, bernd pol)

Donnerstag, 22. Juni 2017

gewittrige enttäuschung

nun hat es doch ein paar donner gegeben
ein paar blitze vielleicht ganz ohne mich
hinterm horizont treibt rauschender regen

es ist doch einfach lächerlich
das wetter mag sich so gar nicht entscheiden
hier treibt hitze fürchterlich

man sieht die erlösung über den weiden
und räumt die gartenmöbel weg
und steht im freien und erwartet die beiden

den sturm und den regen über deck
doch will sich das zeug nicht für uns entscheiden
uns bleibt der schwülheiße dreck

ich frag mich wozu
und mag nicht mehr reimen

was hab ich getan
das das wetter mich meidet

(copyright © 22.6.2017, bernd pol)

Dienstag, 20. Juni 2017

aufbegehren

ich hab mich eingefressen in das leben
in die süßen wie in die bitteren teile
und das was immer scheiße ist

es gehört zusammen das
verdaubare und das
unverdaute und all das
dazwischen was unbewältigbar scheint

hilflos in fremden tränen gefangen
in trauern die nicht die meinen sind

so ausweglos mitunter
ich hab es gefressen
ein leben in dem

sich immer wieder nur
mitleiden lässt

(copyright © 20.6.2017, bernd pol)

vom getrennt gemeinsam sein

und dann ist wieder da das warten
das aus sich gehen wenn du schweigst
das still sich ineinander sehnen

die zeichen wenn sie unverkennbar waren
die lebensworte aus dem gleichen sein
die leise eingetropften widersprüche
die doch ein ganzes leben sind

ich würd dir gern die welt erklären
den teil hier den ich für dich bin
und jenen den ich aufbewahre
für jene immer fernen zeiten
wo wir auseinander sind

ich bin bei dir im nahen schweigen
ich bin bei uns wie du sprichst
ich bin in einem wo du liebst
ich bin im zeitenleben hier

glaub mir all die seelenmühe
die ohne gegenfordern lebt
nur dies eine ausbedungen

dass vertrauen bleibt auch
wo ich uns alleine bin

(copyright © 20.6.2017, bernd pol)

Montag, 19. Juni 2017

gemeinsamkeit

ich mag dich hier in zwischenräumen spüren
zwischen den zeilen lieben mit dir in
immer ungesagten wörterspielen

ergibt sich sinn im weltenspüren
im dasein beim gemeinsam lieben
außer sich leben von profanem sein

du weißt ich hör dir zu eigen zu
bei all diesem lebensregen
von guten wie von schlechten tagen

hauptsache bleibt
wir sind uns
gegenseitig
liebend da

(copyright © 19.6.2017, bernd pol)

schattenjagd

im reich der schatten jag ich nach licht
von tausend sonnen aus der liebe gezogen
ein leben oder zwei ich zähle da nicht
viele oder all die welche jemals gelebt

ich hab mir die schatten gewählt
so sieht man mich nicht
unterm trauern im täglichen sein
und bin zum frieren hier

eingeschlossen im nicht mehr erstrebten
ausgeschlossen vom lebendig wirkenden sein
aufgeschlossen von gespenstischen mächten

das ist es
im licht hier
hilflos zu sein

nein ich lass mich nicht blenden
jetzt nicht und nimmermehr
euer licht ist alt und
teuflisch geworden

ich such mir die liebe unter den schatten
dort wo man sich herzensnahe erkennt
ist die luft hier auch kalt

es gibt leben zu wärmen
in dem still leichteren rauschen
dann wenn einer den andern berührt

und ich jage mit geschlossenen augen
ganz sanft durch eine lebendige welt
umd wissend verwandte leben zu finden
ein lieben das in leichtigkeit hält

(copyright © 19.6.2017, bernd pol)

Sonntag, 18. Juni 2017

wieder liebe machen

mein lieben ist ein fallen lassen
ist geschehen machen im anderleben
ist sehnen treiben aussichsein
ist über leben aus gemeinsamkeit

will dich über grenzen über zeiten schweben wissen
will spüren wo du bist und warum und immer wie
will sein wie und wo du bist auf unsre eigenweise
will die lust uns treiben alle überlebenstage

einfach sein und allerorten
in dir zugleich und aller welt
und wieder fort im ungewussten

im einen ewigschauer
durchgeliebt zu sein

(copyright © 18.6.2017, bernd pol)

Dienstag, 13. Juni 2017

schreibantriebe

muss ich ständig dem entsetzen trotzen
das von außenwelten auf mich schlägt
ohne dass mein schreiben hier
erdweit menschenwerke ausgebiert

werke die äonen gelten
lebenswerke erdennah
liebeswelten umgeschaffen
dauerhaft aus zeitenströmen

es wird wenn sich die menschen regen
wenn menschenhandeln allen gilt
tabus für fremde eigensüchte

ja ich will mein schreiben lehren
den widersprüchen dieser zeiten

immer neu und immer wieder
menschenliebe vorzuhandeln

(copyright © 13.6.2017, bernd pol)

Samstag, 10. Juni 2017

lass mich

lass mich bei dir sein
in den zerbrechenden welten
hab ich ein leben für dich

dort wo dein halten
das lieben befreite
wär es nur recht hier
im zerlaufenden sein

lass mich in dir sein
in den zerbrechenden welten
hab ich ein lieben für dich

wohin es auch fliegt
das alther gefundne
wenn die bänder zerfallen
im brechenden licht

lass mich um dich sein
in den zerbrechenden welten
hab ich ein leiben für dich

ein leben zusammenzuschließen
noch einmal aus körper seele und geist
und sich dann wieder zu fangen
zu finden im neu zu schaffenden eins

lass mich vorbei sein
in den zerbrechenden welten
hab ich ein leiden für dich

lass mich nein
lass mich nicht
lass mich sein

wie es uns womöglich lebt
hinter zerbrochenen welten

(copyright © 10.6.2017, bernd pol)

Donnerstag, 8. Juni 2017

empathie zu leicht gelebt

tage gibts aus fremden leben
in aller fülle liebe leid und glück
durchzogen existenzen schwer
und peitschen dich durchs
wieder ermüdende licht

es sind jene nah gerückte
und jene ferne leiden

an schicksal kriegen katastrophen
an feuerschlag und dunkelheit
an herzensfinsternis
an machtüberfluss
hoffnungsfernes überleben

ich hab mich in die feuer begeben
hier in meinem überfluss

an leben soll es hier nicht fehlen
an leichtigkeit und liebesfeiern
an lässigkeit in empörungssucht
an lauterkeit im möchten wollen
hoffnungsferner überdruss

tage aus den fernen leiden
in aller fülle nahe empathie
durchzogen schwer gewissen
und gepeitscht sein durchs
wieder ermüdende nichts

raff ich mich auf
wer nimmt mich mit
ins schaffen einer
wahren liebesstarken
menschen lebenswelt

(copyright © 8.6.2017, bernd pol)

Dienstag, 6. Juni 2017

umbruchtrauer

die welt kehrt sich da draußen eben um
es bleibt das innerste nicht drinnen
das äußerste drängt dich aus dem sein

es ist das leben das wir kennen
und ist das lieben das wir hätten mögen
es waren flügel ohne wahre kraft

wär es nur leicht wie ein was wäre wenn
oder was wär gewesen ohne ein wenn nicht

vielleicht wär man an stürmen doch genesen
vielleicht wär es ein leben hin zum licht

es ist ein traum
du weißt hier nicht
was ist wenn du erwachst
und nüchtern vor dem leben stehst

(copyright © 6.6.2017, bernd pol)

Freitag, 2. Juni 2017

ewigkeiten neu zu spüren

immer wieder kommen diese tage
an denen du da bist ohne hier zu sein
wo ein sehnen in der luft liegt
ein zwischen welten in die arme nehmen
so einfach sanft beisammen sein

wenn niemand spricht
dabei sich alle nähe spürt
wo fremdes nahe rückt aus leben
wenn bloßes hiersein glücksform trägt

solche tage
welten durchzuatmen
solche tage
zeiten fortzutrinken
solche tage

ewigkeiten mögen so vergehen
wenn nur die welt uns hier
einfach zeitlos bleibt

(copyright © 2.6.2017, bernd pol)