Freitag, 19. Oktober 2018

urvertrauen

lauschen
spüren
schweigen

stille wärme trinken
durch alle lebensporen

leben saugen
aus aller fülle

das gewisse ungewisse
den schritten schenken

denn was lebendig kommt
will unzerplant
an und mitgenommen sein

(copyright © 19.10.2018, bernd pol)

Donnerstag, 18. Oktober 2018

aus wirklichkeiten lieben

es ist dies nebeneinander gehen
dies lieben auf je eigenen bahnen
dies zusammen sein ohne überfordern
dies eigen sein in gemeinsamkeit

wo auch die träume
mitunter grundverschieden sind
und die geheimnisse
besser unentdeckt verbleiben
genügt doch noch

ein vertrauter augen blick
und das leben ist eins
in reicher verschiedenheit

ich kann nicht versprechen
keine erwartungen zu hegen
aber da sein in unsrer welt
und einfach lieben bei allem

was kommt über
stunden und jahre und tage
das wünschen und das wollen
letztlich trägt dieses lieben
wirkliches sein

(copyright © 18.10.2018, bernd pol)

Dienstag, 16. Oktober 2018

schöpfungstage

leere
stille
licht

ein stein fällt
ein stein wie eine taube
ein stein fliegt
ein stein wie eine taube

eine taube im licht
fliegt durch stille
und die leere
bricht auf

und an den grenzen der welt
sitzt das alte kind
und spielt mit dem staunen

und die stille wächst
in die fülle
aus leben
frei kindlicher welt

fängt die taube
hält den stein auf
steckt die stille
ins leere zurück

und greift sich das licht
und wendet sich um

zur gegliederten welt
zur schöpfung
zur arbeit

zum kindlich erwachsenen
lebendig treibenden
ursprünglichen schein

bis zum nächsten
liebend erspielten
erschöpfungstag

(copyright © 16.10.2018, bernd pol)

Montag, 15. Oktober 2018

herbsteinbinden

der wein wird bunt
für ein paar tage
winkt das jahr good bye

jetzt über wälder schweben können
bevor das laub endgültig zerfällt
und die leichtigkeit genießen
in der letzten goldenwärme

nochmal letzte sommerreste atmen
nochmal fern von schatten sein
nochmal würzluft inhalieren
nochmal still in wärme baden

erinnern sammeln für
die schwereren tage
und freude tanken

zum lieben in
gut geheizten
überlebensräumen

(copyright © 15.10.2018, bernd pol)

Freitag, 12. Oktober 2018

hymne

du bist mir zum berühren schön
ein leiser blick
ein kuss auf  fingerspitzen
ganz still
grad im vorübergehn
ein haben
ohne zu besitzen

ein zartes aufeinanderstürzen
gerade so als ob noch morgen wäre
ein halten unter freudeblitzen
und wieder gehn in sanfter schwere

dich spüren auch aus heller ferne
ein stiller blick im horizonteleben
als ob bald wieder abend wäre
mit wärme bis zum morgensein

beinah besitzend auch
einander haben
vorübergehend eines sein
ganz sachte
küssend über fingerspitzen
mit leisem blick
bleib du bei mir berührend schön

(copyright © 12.10.2018, bernd pol)

auch eine konsequenz

es bedarf ein ruhig sein
ein lauschen und ein wiedergehen
von wegen die gemeinsam trennend sind

es braucht ein spüren über regeln
es braucht lebendiges zusammen sein
es braucht wärme auch im widersprechen
es braucht geduld beim heilen machen heilen lassen

ein lieben auch in widersprüchen
ein konsequentes zwischengehen
ein zu sich selber treu zu stehen
ein mitgetroffen sein bei widerschlägen

die welt ist nicht so heil und eins
wie wir sie gerne leben würden
und ist sie manchmal freundlich dann
kann sie uns dennoch tief verletzen

bei allem doch es hilft
ihr freundlich zu begegnen
in den zwischenzeiten die
ein wenig stillen atem bringen

ein lauschen und ein miterleben
sich neu zu wappnen vor
allfällig neuen kämpfen

im lebendigen zusammen sein
trotz allem lieben können
im tatkräftigen erbarmen

(copyright © 12.10.2018, bernd pol)

Mittwoch, 10. Oktober 2018

erfüllung

das ist die leichtigkeit der dinge
das ist das ungeheuere lieben
das ist die unendlichkeit des denkens
das ist das einfache sein

das ist wenn du vor deinen füßen
einen wurm siehst oder ein zerfallendes blatt
und du verharrst das wunder nicht zu verlieren
den augenblick vom unbedachten schritt

das ist unter dem himmel der wolken und sterne
und du fühlst dich mit aller welt eins
und du weißt du bist mehr als staubkorn
du trägst die welt in dir und umfängst das sein

das ist bei geschlossenen augen
wenn du den wind spürst oder wärme und kälte
und du siehst in dir dieses treiben ins weite
der wege um dich und in deiner welt

das ist weil es ist
und weil es dein teil bleibt
und weil du es lebst in gemeinschaft

in liebe mit menschen
und sternen und
ewig treibender zeit

(copyright © 10.10.2018, bernd pol)