Dienstag, 21. März 2017

nachwinterträge

ich komm nicht nach
der tag rollt so träg
durch meinen lebenssinn
träufeln nebeltränen
auf die feuerfunken
vom vorigen jahr

und hätte es nicht die liebe gegeben
die welt wäre mir dunkel geworden
und leer das werk dieser hände
auf der schattigen seite
dieser inneren welt

so aber steh ich am rand
und sehn mir das dämmern herauf
aus einem leichten morgen ein
neues klares geschäftiges licht

um von dort die welt zu erobern
als wäre ich jung und
aufgeklärt vom alther erfahrnen
baute mir ein leben neu
gegründet im erneuerten lieben

wie jetzt hier nur
tiefer und mehr

und versänke mit dir
im schaffen und einen
uns und die liebe
dauernd zur welt

jetzt aber noch
ist alles so träge
hieltst du mich nicht
doch liebesfest im sein

(copyright © 21.3.2017, bernd pol)

Freitag, 10. März 2017

allein im dunkel der nacht

ich treib mich wieder durch die nächte
wie sie hinter den tagen liegen
den unruhigen den schweren
und trinke die stille

von ferne klingt das rauschen der stadt
ein fenster irgendwo vertropft noch nachtmusik
hoch über mir ruft ein einzelner stern
kristallscharf durch sein loch in den wolken
und ich frage mich wohin er mich zieht

hier im mantel der welt treibt das geschehen mich um
deutlicher noch als im taumel der tage
fernab von hier und doch hautnah im lebendigen sein

was mensch dem menschen tut
aufgeputscht aus letztlich dämonischen mächten
tief aus falschem leben geboren

und ich fühle mich schuldig
an jedem schrei und tropfenden blut
und an den zermahlenen häusern
und den nächtlichen träumen der kinder
und habe so wenig wirkliche kraft
die welt eine runde weiter zu drehen

hier im mantel der nacht
träum ich hilfe und lebendiges sein
und glück allen menschen
und dauer all der liebe der welt

doch es ist nur wie zaubern
zurzeit gehts nun einmal nicht
und wenn es vielleicht funktioniert
dann bestimmt alleine hier nicht

und an den schleiern der stadt
bricht sich ein fast unhörbarer schrei
hier aus der ruhe der nacht
schafft dennoch eine zukunft sich bahn
zu wahrhaftig harmonischem sein

doch jeder schritt wird mir schwer
und das wissen darum dass
die zeit mir nicht reicht

(copyright © 10.3.2017, bernd pol)

Dienstag, 7. März 2017

morgenfrühe

es hat mich heut in die welt geworfen
gerade vor dem frühen dämmern
unter den lichtern der stadt

in den häusern brennen noch die späten lampen
und so manch unruhiger schlaf
bricht sich an transparenten wänden

doch immer noch klingt die liebe des abends
hier nach und bereitet den tag
vor bis weit in die liebe des morgens

und ich geh meinen weg
und träum all diese leben
und reih sie ein in meine welt

und es ist gut

(copyright © 7.3.2017, bernd pol)

Sonntag, 5. März 2017

eines in allem

leben teilen möchte ich
mit dir
genügt ein einziges nicht

ganze welten uns
ewigkeiten vor und
ewigkeiten zurück

und dann du und du und du
eine seele ein sein ein werden

einen augenblick
genießen mit dir

und dann doch nicht
was dir eigen ist
was mir eigen ist

wo immer geheimnisse schweigen
lebt neues mensch sein auf
und wir teilen existenzen

still und sanft und
ganz verschwiegen

eines im ganzen
all diese vielfalt

unzertrennlich
verschieden
gelebt

mit dir will ich
immer neu ein
leben wagen

(copyright © 5.3.2016, bernd pol)

Mittwoch, 15. Februar 2017

lebensspiel

ach ich möchte dich erleben
wie du ganz die deine bist
mit hand und haut dabei
vertiefen mich in dich

raten möcht ich wo du bist
fliegen unter deinen seufzern
verschmelzen für ein leben
lange leichte ewigkeit

wissen möcht ich wie du liebst
einfach nur das innenspüren

um dann neu mit dir zu wachen
lebensstarke zeiten weise

(copyright © 15.2.2017, bernd pol)

Montag, 13. Februar 2017

klagelied an dunkeltagen

warten

dass der tag
seine schwärze verliert
ein licht irgendwo
im nebeldumpfen
öde sein

warten

dass die nacht
ihre trauer vergisst
ein wärmen nur hier
im traumgeflecht
alb gewebt

warten

dass der morgen
kein blendwerk beginnt
wo alte zeit noch
augen zerbrennt
gedankenlos

warten

dass das gehen
den weg neu erkennt
der hierher geführt
und hinaus vom
innengesumpf

warten

dass das wachsen
von kraft sinne erregt
hoffnung zu treiben
irgendwann hier
irgendwie

warten
immer nur warten
warten

und doch
wird es zeit
wieder zu lieben
und angekommen zu sein

(copyright © 13.2.2017, bernd pol)

Freitag, 10. Februar 2017

erinnerungen in schwarzweiß

ach was sind wir jung gewesen
dort auf dem alten grauen bild
und ich hatte dich geliebt

hat uns das leben auch deutlich
weniger schlank gemacht und
sich tief in falten eingegraben

ich hatte dich geliebt
auch jeden folgeschritt
wo die bilder sich teilten

so wenn ich deine augen sehe
wird die welt beinahe wieder
grau in grau wie seinerzeit

und ich hab dich lieb
in allen farben wieder
tief und schwarz und weiß

(copyright © 10.2.2017, bernd pol)