Montag, 30. Juni 2014

all das sehnen dauern lassen

ach ich möchte wieder früchte tragen
solche zum berauschen deiner welt
wo steine hoch zu sternen singen
und im bäumedämmern zauberkreise flirren

was soll mir das abendrot
wenn dich schleier einverbergen
nebelgleich von tausendschönen
lebensweisen auszugleiten

lass mich dir wie honig sein
wie rauschbestärkte liebesfrüchte
das sehenwerden wachsen lassen
und das spürensein durchdauernd leben

die steine möchte ich erweichen
und unter sternen dir ein lager bauen
das mit uns die welt durchgleitet
langsam wie im göttergleichen lieben

eins sein du
auf ewigkeiten

in den früchten
dieser welt

(Copyright © 28. Juni 2014, Bernd Pol)

Freitag, 2. Mai 2014

Frühjahrstrauerzeiten

Das ist wie im letzten Frühlingsblütentreiben,
wie im Sturm, bevor der große Regen fällt
und ungenutztes Leben über Pfützen treibt,
Abfall weit vor jedem Reifewerden.

Es wirbelt Blütenblätter wie verwehten Schnee
und leere Kelche sammeln sich rauen Haufen
und hemmen unbedachten Schritt.

Ringsum treibt viel zu früher Tod …

Gut, siehst du auf, lässt sich der Herbst schon ahnen,
doch dieses Mühen will hier manchmal nicht,
gebückt klebst du am Grund und grübelst Möglichkeiten,
die es mal gab und die verloren sind.

Wenn Menschenträume gehen vor dem ersten Reifen,
wenn vorm Erfüllen Leben abgeschnitten sind,
und alles ist so ohne Halt wie letztes Frühlingsblütentreiben,
ringsum, so viel zu früher Tod …

Es braucht das stille Traueratmen,
ein Treibenlassen durch den großen Regen,
den Sturm, der Ungeword'nes weiterfegt.

Und dann, vielleicht,
hebt sich der Blick
ins Grün und träumt erneut
vom Reifen in den Herbst.

(Copyright © 2. Mai 2014, Bernd Pol)

Mittwoch, 30. April 2014

Vielleicht

Vielleicht …

… wenn Erde erst die verlorenen Worte bedeckt …
… wenn Ungesagtes nicht wieder hörbar sein muss …
… wenn kein Schatten mehr aus Vergangenem trifft …
… wenn aus Träumen kein Dunkel mehr quillt …

Vielleicht dann
wird die Welt wieder leicht
und der Blick zurück erneut
klar und wunderbar zart.

Vielleicht,
wenn die Blumen fortgewelkt sind
und die Kränze vertrocknet …

Vielleicht dann
erstehst du mir neu …

(Copyright © 30 April 2014, Bernd Pol)

Samstag, 15. Februar 2014

über deinen schlaf getrennt zu wachen


es ist vielleicht dies immer wieder sprechen
dies dauer denken im getrennten sein
dies begründen bitten abwehr reden
dies entfernte einverstanden sein

den augenblick im sich begegnen
auf ewigkeiten auszudehnen
im halten frei gelassen sein
auch wo diese zeiten trennen
und räume auseinander treiben

doch immer dies
du bist bei mir
und spürst
vielleicht
ein wort
oder zwei

über deinem schlaf ein wachen
bleib du mir nah
wo du auch bist

stumme worte schweben machen
zu wissen es ist gut
wie es dich gibt

(Copyright © 15. Februar 2014, Bernd Pol)

Samstag, 8. Februar 2014

Nur Amour fou?


Mein Wort darauf:
Ein Feuerwerk will ich
uns zuzeiten schaffen.
Leihst du mir endlich
mehr als nur dein Ohr
so mag es sein,
aus rosa Wolkennebel
wächst Größeres
als nur vielleicht
so eine Amour fou.

Zur einer Vorgabe: Amour, Feuerwerk, rosa, Ohr, Wort

(Copyright © 8. Februar 2014, Bernd Pol)

Montag, 3. Februar 2014

du


du
ein wort
ein leben
du

wie sollt ich dich in worten tragen
wenn dies eine nicht mehr wäre
du und dich und das da hier
ein ganzes gleich gemeinsam leben
du und ich und alles hier
in eins und doch
jeder ganz bei
sich hier

du

weniger als halb
wär ich ohne
dies leben
jener einen
urlautssilbe

du

nur glücklich sein
dass es dies gibt
so vollständig

du

(Copyright 3. Februar 2014, Bernd Pol)

Freitag, 27. September 2013

wieder ein morgengesang


ich hab dich so herzlich lieb
du gehst mir durch die frühgedanken
und lebst in meinem fühlen auf
wenn da nur der eine augenblick
verwandter innennähe ist

und du stehst ganz
urvertraut und still
so dicht vor mir

kann ich da sagen was du für mich bist
und ich dir an diesem frischen tag
an dem sich leben neu entscheidet
an dem was ewig war und dem
was da auch immer wieder
uns neu zukommen mag

dich zu wissen reicht da völlig aus
und dein kennen macht mich froh
und ein dasein eng um dich
auch da wo niemand sieht
und nur vertrauen lebt

zuzeiten bin ich still um dich
zuzeiten kann ich endlos ruhig sein

zuzeiten

ich hab dich bestimmt so herzlich lieb
und es ist gleich was sonst geschieht
bist du so nah bei meiner welt

was will ich mehr
dass du genügst

(Copyright 27. Februar 2013, Bernd Pol)